Kommandant Roland Rolli betritt den Brandplatz und verschafft sich einen ersten Überblick: Wo ist der Brandherd, wo befindet sich die eingeschlossene Person, woher weht der Wind? Dann analysiert er die Vorteile und die Herausforderungen der Situation, damit seine Leute das Feuer zielgerichtet löschen und die Person retten können. Die Zuschauer verfolgen Rollis Vorgehen, bewundern den perfekt organisierten Einsatz der Regiowehr Suhrental und folgen den Erklärungen von David Rickenbach, der während der Hauptübung vom Samstag in Hirschthal den Einsatz kommentiert.

Kameradschaft hat getragen

Für Kommandant Roland Rolli war es die letzte Hauptübung nach insgesamt 17 Jahren in der Feuerwehr. Eingetreten ist Rolli damals in die Feuerwehr Schöftland-Staffelbach, aus welcher nach der Fusion mit Holziken und später mit Hirschthal die Regiowehr Suhrental entstand. 2011 wurde Roland Rolli Vizekommandant, im Jahr 2013 übernahm er das Kommando. Ende Jahr wird er es an David Rickenbach abgeben.

Roland Rolli (l.) übergibt das Kommando an David Rickenbach.

Roland Rolli (l.) übergibt das Kommando an David Rickenbach.

«Die Feuerwehr war mein Bubentraum», sagt Rolli nach der Hauptübung und bei der Ehrung merkt man ihm an, dass der Abschied nicht leicht fällt. «Die Kameradschaft war etwas sehr Schönes und hat mich immer motiviert», so der 46-Jährige. «Wir haben toll zusammengearbeitet und nach den Übungen gab es immer schöne Erlebnisse.»

Nähe war oft belastend

Etwas Sinnvolles für die Allgemeinheit wollte er mit seinem Engagement in der Feuerwehr leisten. Doch die Einsätze waren für den selbstständigen Forstmaschinenunternehmer nicht immer einfach. «Bei einem Brand oder Hochwasser kennt man die Betroffenen ja oft persönlich», berichtet er. «Während des Einsatzes funktioniert man einfach, aber nachher ist es schon belastend, wenn man das Leid der Leute sieht.» Es gab aber auch lustige Momente: «Einmal sollten wir eine Katze retten, die nicht mehr von einem Baum herunterkam», erzählt Rolli. «Als jemand fast bei ihr oben war, kletterte sie von alleine wieder runter.»

Viel Freizeit für die Feuerwehr

Nun will Roland Rolli mehr Zeit für seine Frau und die drei Kinder im Alter von sechs, neun und elf Jahren haben und zurzeit keine weiteren Verpflichtungen eingehen. Über seine Nachfolge macht er sich keine Sorgen. «David Rickenbach ist feuerwehrtechnisch sehr kompetent», so der scheidende Kommandant. Dann fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu: «Etwas habe ich ihm aber noch nicht gesagt: Es wird viel Büroarbeit auf ihn zukommen.»

«Ich möchte weiterführen, was Roland Rolli aufgebaut hat, aber auch eigene Ideen umsetzen», erklärt David Rickenbach (32), der am Samstag zum Hauptmann befördert wurde und das Kommando Anfang 2019 übernehmen wird. Er bewundere seinen Vorgänger für sein handwerkliches Geschick. Rickenbach beschreibt Rolli als «sensationellen Macher».

Auf seine zukünftige Aufgabe freut sich der Aussendienstmitarbeiter im Bereich Messtechnik für die Chemie sehr, vor allem auf die vielen Kontakte, die sich daraus ergeben werden. «Ich werde zentrale Anlaufstelle für Behörden und Bevölkerung sein und habe mir viel Freizeit für das neue Amt reserviert.»