Menziken
Die Feuerwehr profitiert beim Kurs in Menziken nicht nur feuerwehrtechnisch

72 künftige Feuerwehrkaderleute besuchen in Menziken einen einwöchigen Kaderkurs. Viele von ihnen opfern eine Woche Ferien, um ein Stück erfahrener zu werden – nicht nur feuerwehrtechnisch.

Thomas Bucher
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Feuerwehrkurs in Menziken
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Feuer löschen mit Manneskraft - ein Feuerwehrmann pumpt, der andere löscht, ein dritter instruiert
Ein 'Kübelbrand' im Gebäudeinnern wird bekämpft_quer
Ein 'Kübelbrand' im Gebäudeinnern wird bekämpft_hoch
Teamarbeit ist in der Feuerwehr sehr wichtig
Ein angehender Grupenführer bespricht mit seinen Kameraden die Übung
Einen Brand mit Wasser zu löschen braucht Geduld
Ein angehender Grupenführer bespricht mit seinen Kameraden die Übung
Übungsbesprechung
Feuerwehrstiefel
Ein Feuerwehrmann sichert im Rückraum
Der Klassenlehrer gibt dem angehenden Gruppenführer ein Feedback
Der kantonale Feuerwehrinspektor Urs Ribi (rechts) gibt dem angehenen Gruppenführer, der eine Übung geleitet hat (helle Uniform, hinten), ein positives Feedback
Brand löschen mit Wasser erzeugt reichlich Dampf (2)
Brand löschen mit Wasser erzeugt reichlich Dampf

Feuerwehrkurs in Menziken

Peter Siegrist

«Nummer 10, Wasser!» Das Kommando kommt lautstark und deutlich. Der Feuerwehrmann an der Leitung Nummer 10 weiss nun genau, was am Teilstück des soeben verlegten Schlauchs zu tun ist: «Wasser, Marsch».

Was wie ein Ernstfall klingt und Schritt für Schritt professionell abläuft, ist eines von mehreren Kursmodulen für angehende Gruppenführer.

Während einer Woche lernen 72 Feuerwehrsoldaten nicht nur Brände zu löschen und die richtigen Kommandi zu geben, sondern auch Sozial- und Führungskompetenz.

Die Privatwirtschaft profitiert

Die Kurswoche findet an mehreren Arbeitsposten in Menziken und Umgebung statt. Urs Ribi, Feuerwehrinspektor im Kanton Aargau, besucht die Arbeitsplätze und scheut sich nicht, gleich direkt ein Feedback zu geben.

Ribi betont nach der Übungsbesprechung vor versammelter Mannschaft, dass er sehr zufrieden sei, bevor er dann den nächsten Posten inspiziert.

«Die Privatwirtschaft muss zwar zu gewissen Zeiten auf ihre Feuerwehrleute verzichten.» Aber dies gäben sie ihren Arbeitgebern zurück: «Der Gruppenführer lernt, vor Leuten zu stehen, sich zu organisieren und Leute auszubilden. Dabei schult er seine sozialen und persönlichen Kompetenzen», ist Ribi überzeugt.

In der Schweiz herrscht grundsätzlich Feuerwehrobligatorium für Mann und Frau bis 44 Jahre. «Nicht jeder ist freiwillig da», ist für den Kurskommandanten Marcel Birrer klar. Die Klassenlehrer prüfen deshalb am Anfang des Kurses, ob alle tatsächlich als Gruppenführer geeignet sind. Gegen Ende der Kurswoche sieht es schon einmal gut aus, alle können bleiben.

Die Verantwortlichen der Feuerwehrkorps sind permanent daran, genügend und gut geeignete Feuerwehrleute zu rekrutieren: «Kaum denkt man, dass man genügend Leute hat, fehlen schon wieder welche», sagt Ribi. Dies, obwohl der Aargau seinen Bestand von 20 000 Männern und Frauen auf 11 000 reduziert hat.

Kein Rezept zur richtigen Wahl

Wer ist am besten geeignet um ins Kader zu kommen? «Das Feuerwehrkommando rekrutiert die Kader. Dazu braucht es gute Menschenkenntnis», weiss Ribi, ehemaliger Vizekommandant in Hägglingen.

Ein Rezept zur Auswahl gebe es nicht. Es brauche eine Mischung aus Sozial- und Sachkompetenz: «Wenn sich jemand wiederholt überschätzt, zwei linke Hände hat, an den Übungen oft fehlt, ist er wenig geeignet zum Weitermachen.»

Die Reglemente könne sich heutzutage jedermann vom Netz herunterladen. Und wenn jemand wirklich wolle, erkenne man das daran, dass er aktiv und freiwillig mitgestalte – sei es vor oder nach der Übung.

Die künftigen Kaderleute an den Posten wirken motiviert. Am Schluss der Kurswoche erhalten die Teilnehmenden des Kurses von der Aargauischen Gebäudeversicherung, die die Kurse organisiert, den Sold sowie eine Entschädigung der Wohngemeinde.

Vom Arbeitgeber werden die Kursteilnehmer in der Regel nicht freigestellt, sondern sie opfern eine Woche Freizeit für einen Ausbildungskurs, der sie letztlich aber nicht nur feuerwehrtechnisch ein Stück erfahrener macht.

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