Suhr

Die Ferienliebe aus dem Tirol ist eine Lippizaner-Pferd

Chic gekämmte Lipizzaner-Stute mit Besitzerin Dorothée Peters.  WUA

Chic gekämmte Lipizzaner-Stute mit Besitzerin Dorothée Peters. WUA

Dorothée Peters zeigt am Lipizzaner-Tag, was ihre Stute kann. Sie habe für die Show nichts Spezielles einstudiert und werde darum einfach zeigen, was ihre Stute Serena könne.

Die Blicke trafen sich und alles schien klar: Die Suhrerin Dorothée Peters (32) und die österreichische Lipizzaner-Stute Serena gehören zueinander. Ein Ferienflirt? Mitnichten. Als Dorothée Peters die Stute in ihren Ferien im Tirol zum ersten Mal sah, wusste sie: «Das ist mein Pferd.» Sie kaufte die Stute und nahm sie in die Schweiz. Und das, obwohl sie nicht einmal geplant hatte, ein Pferd zu kaufen.

Die junge Mutter ist überzeugt, dass Pferde ihre Besitzer wählen und nicht umgekehrt. Denn damals wusste sie nicht, dass die Stute todkrank war. Erst kurz nachdem das Pferd in der Schweiz war, bemerkte man den Tumor im Gesicht. Ein Jahr lang behandelten sie die Ärzte der Tierklinik Zürich. Der Tumor hinterliess eine grosse Narbe. Dafür ist das Pferd nun wieder gesund und lebt noch – dank Peters. Ihr früherer Besitzer hätte Serena kurzum gemetzget, erzählt die junge Frau. So blieb neben der Narbe auch eine besonders Beziehung zwischen den beiden.

Pferdespaziergang

Dass Serena ein Schimmel ist, «ein Barbie-Rössli», wie Dorothée Peters sagt, ist Zufall. Ebenfalls Zufall ist, dass die Stute ein Lipizzaner ist. Dabei ist diese Pferderasse in der Schweiz sehr selten. Weniger als 50 Pferde soll es geben. Die Gründe dafür sind unklar. «Vielleicht weil Lipizzaner anspruchsvolle Pferde sind», rätselt Peters. Denn anders als die Schweizer Rasse Freiberger lasse ein Lipizzaner wie Serena nicht jeden auf sich reiten. Die heissblütigen Pferde kooperieren zwar gerne, reagieren aber nicht auf Druck, erklärt Peters. «Darum kann ich Serena nicht einem Nachbarsmädchen zum Reiten geben.» Also nie mehr Ferien? «Doch doch. Wenn ich fort bin, geht mein Vater mit Serena spazieren.»

Vielleicht hilft die österreichische Serena auch mit, dass bald mehr Lipizzaner durch Schweizer Wälder traben. Denn Peters fände «so ein paar Rössli schon noch schön», wie sie sagt. Sie hat bereits versucht, ihre Stute decken zu lassen. Ohne Erfolg. Bei drei Schweizer Lipizzaner-Hengsten ist die Auswahl auch gering.

Der Schimmel darf schmutzig sein

Peters ist verheiratet und wurde vor 5 Monaten zum ersten Mal Mutter. Die kleine Familie wohnt in einem Haus ausserhalb von Suhr. Der Stall ist gleich nebenan. Die weitläufige Weide mit den vielen Bäumen erinnert an Landschaften in England. «Mir ist es wichtig, dass Serena artgerecht gehalten wird. Lieber ein schmutziger Schimmel, als ein unglücklicher.»

Am kommenden Wochenende reist Dorothée mit ihrer Stute an den Lipizzaner-Tag nach Holziken. Sie habe für die Show nichts Spezielles einstudiert und werde darum einfach zeigen, was Serena könne.

Als kleines Kind schon verfiel Peters den Pferden. Ihr gefalle nicht nur das Reiten sondern auch die Pferde zu kämmen und Zöpfchen zu flechten, sagt sie und streichelt die Mähne ihrer Stute.

Dorothée Peters geniesst es nun, Mami zu sein – und weiss bereits, wann ihre Tochter zum ersten Mal auf Serena reitet: «Sobald sie sitzen kann.»

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