Schmiedrued-Walde
Die ehemalige Bank wird zur Verwaltung

Schmiedrued-Walde Der Gemeinderat will die Verwaltung nach Walde zügeln und damit auch in die Dorfgestaltung eingreifen

Christine Wullschleger
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Die Gemeindeverwaltung von Schmiedrued soll ins ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Walde ziehen. Sandra Ardizzone/Archiv

Die Gemeindeverwaltung von Schmiedrued soll ins ehemalige Raiffeisen-Gebäude in Walde ziehen. Sandra Ardizzone/Archiv

Sandra Ardizzone

Zwar heisst die Bushaltestelle noch «Bank», aber eine Bank ist hier schon seit dem 1. Dezember letzten Jahres nicht mehr. Die Raiffeisenbank hat ihre Geschäftsstelle in Schmiedrued aufgelöst, seitdem steht das Gebäude neben der Bushaltestelle im Dorfteil Walde leer. «Wir bedauern natürlich, dass wir im Dorf keine Bank mehr haben», sagt Gemeindeammann Marliese Loosli. Doch just zu der Zeit, als die Bank im letzten Jahr ihre Schliessung bekannt gab, liess die Gemeinde auch durch ein Planungsbüro eine Standortabklärung für eine neue Lokalität der Gemeindeverwaltung machen.

Denn das jetzige Verwaltungsgebäude ist in die Jahre gekommen und muss dringend saniert werden. Zudem sind die Platzverhältnisse für eine Verwaltung nicht ideal. «Wir haben uns intensiv mit der Standortwahl auseinandergesetzt. Am Schluss hat sich der Gemeinderat für das Raiffeisenbankgebäude entschieden», sagt Marliese Loosli.

Denn das besagte Gebäude erfülle gleich mehrere Kriterien: Es gibt genug Räume für die Verwaltung, eine gute Infrastruktur und es befindet sich im Dorfteil Walde. «Bereits in der letzten Legislatur war es erklärtes Ziel, dass in Walde ein Dorfzentrum entstehen soll», sagt Loosli. Post, Dorfladen und Schule befinden sich schon dort. Mit der Gemeindeverwaltung würde in Walde ein kleines Dorfzentrum entstehen.

Kredit beträgt 1,7 Millionen

Die Gemeinde will der Raiffeisenbank das Gebäude zusammen mit dem Grundstück abkaufen. «Für uns ist diese Lösung natürlich ideal», sagt Andreas Bieri, Leiter der Raiffeisenbank Reitnau-Rued. Die Bank mache der Gemeinde einen guten Preis, der um einiges tiefer sei als der geschätzte Verkaufspreis. Genaueres will er aber nicht verraten, nur so viel: «Dadurch wollen wir der Gemeinde auch wieder etwas zurückgeben, was sie durch die Schliessung der Bank verloren hat», sagt er.

Dafür unterbreitet die Gemeinde der Gemeindeversammlung einen Verpflichtungskredit von 1,7 Millionen Franken. «Eine Sanierung des jetzigen Gebäudes würde uns auch sehr viel Geld kosten. Mit der neuen Lösung würden wir noch Mietzinseinnahmen durch die darüber liegenden Wohnungen generieren», sagt Marliese Loosli. In der Finanzplanung des Gemeinderates sei dieser Ausgabeposten schon länger vorgesehen und zudem überlege sich der Gemeinderat einen Verkauf des jetzigen Verwaltungsgebäudes. «1,7 Millionen Franken sind viel, aber die Gemeinde kann diesen Betrag stemmen», sagt sie. Doch sparen müsse die Gemeinde weiterhin, denn: «Eine Steuerfusserhöhung steht in den nächsten Jahren sowieso bevor, ob mit oder ohne neuem Gemeindehaus.» Damit spricht Marliese Loosli auch den neuen Finanz- und Lastenausgleich an, bei dem die Gemeinde massiv weniger Finanzausgleich erhalten würde, sollte er in Kraft treten.

Stimmt die Gmeind dem Verpflichtungskredit zu, soll die Verwaltung im Jahr 2018 gezügelt werden. Und dann müsste wohl auch die Bushaltestelle umbenannt werden. Vielleicht in «Dorfzentrum».