Hochstudhaus
Die drei unbestrittenen Häuser in Hirschthal sind im Bau

Weil das Hochstudhaus in Hirschthal ein Streitfall ist, können erst drei der vier geplanten Häuser gebaut werden.

Flurina Dünki
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Daniel Heiniger, Simon Hünerfauth, Architekt Matthias Grütter, Bauherren Michael Dietiker und Marianne Dietiker, Ammann Peter Stadler, Hans Heiniger und Bauführer Benjamin Lanz (v.l.).

Daniel Heiniger, Simon Hünerfauth, Architekt Matthias Grütter, Bauherren Michael Dietiker und Marianne Dietiker, Ammann Peter Stadler, Hans Heiniger und Bauführer Benjamin Lanz (v.l.).

Flurina Dünki

Das zu verlottern drohende Hochstudhaus aus dem 18. Jahrhundert beim Bahnübergang in Hirschthal ist der Grund, weshalb sich der Baubeginn der neuen Siedlung Oberdorf verzögert. Die Hauseigentümerfamilie Dietiker und der Gemeinderat würden es gerne weiter südlich bei einem Landwirt wieder aufbauen. Der Aargauer Heimatschutz möchte es an Ort und Stelle erhalten und hat während der Auflage gegen den Abbruch Einwendung eingereicht. Bliebe das Haus so stehen, hätte auch Aargau Verkehr (früher WSB) ein Problem: Das Perron muss erweitert werden und würde mit dem Haus kollidieren. Der Neubau, der an seiner Stelle geplant ist, würde entsprechend zurückversetzt.

Für den Bau der Häuser wurde vorläufig ein Kompromiss gemacht: Statt vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 32 Wohnungen werden erst drei gebaut. Alle 28 Wohnungen von diesen sind Eigentumswohnungen. Der Bau des vierten Hauses ist aufgeschoben. Die Baubewilligung wurde Anfang Oktober erteilt, gestern war offizieller Spatenstich. Gemeindeammann Peter Stadler lobte die Bauherren und deren Firma Dietiker Immobilien wegen ihrer qualitativ hochstehenden Bauweise und der Berücksichtigung des lokalen Gewerbes. Etwa das Müheler Architekturbüro Bähni und Lüscher oder die Tiefbauer Heiniger aus Uerkheim.

Wohnungen waren alle im Nu reserviert

Ein Blick auf die Wohnungsliste (21⁄2, 31⁄2 und 41⁄2 Zimmer) der drei Mehrfamilienhäuser zeigt: Eigentumswohnungen im Zentrum von Hirschthal sind beliebt. Die 20 Wohnungen der ersten zwei Häuser sind bereits alle reserviert. Die meisten Käufer haben die Wohnungen für sich selber und nicht zur Vermietung gekauft, wie Michael Dietiker von Dietiker Immobilien sagt. Die Mehrheit seien Einzelpersonen oder Ehepaare im Pensionsalter. Die acht Wohnungen des dritten Hauses, das an den Lindenplatz grenzt, können seit dem 12. Oktober reserviert werden.

Eine 21⁄2-Zimmer-Wohnung kostet rund 450'000 Franken, eine 31⁄2-Zimmer-Wohnung rund 540'000 Franken. «Wir hatten zuerst geplant, im dritten Haus Mietwohnungen zu machen», so Michael Dietiker, «weil die Eigentumswohnungen der beiden ersten Häuser aber so schnell reserviert waren, sahen wir, dass hier offenbar grosse Nachfrage besteht.» Ammann Stadler ist froh, dass damit dem Wunsch manch eines Bewohners entsprochen wurde, sich eine eigene Wohnung zu kaufen. Zumal alle altersgerecht gebaut werden. Die Fertigstellung ist für Oktober 2022 geplant.

Und wie geht es mit dem Hochstudhaus weiter? Im Oktober hat die erste Sitzung von Kanton, Aargau Verkehr, den Bauherren und dem Gemeinderat stattgefunden. Man arbeite an einer Lösung, «es machen aber noch nicht alle mit», sagte Stadler. In Kürze dürfte auch mit dem Bau der 44 Wohnungen gegenüber den Gleisen an der Talstrasse begonnen wurde. Bewilligt wurden sie schon vor einer Weile, Anfang 2021 soll es nun losgehen. (fdu)

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