Wiliberg
Die «Drächeler» machen dicht: Aus für den beliebten Barbetrieb auf dem Berg

Nach 14 Jahren beendet der Drachenklub Wiliberg seinen saisonalen Barbetrieb. Im Kopf von Gründer Roger Kleist spuken jedoch bereits neue Ideen herum.

Martin Zürcher und Flurina Dünki
Merken
Drucken
Teilen
Pascal Furrer, Nik Wälti, Roger Keist, Daniela Stucki und Nicole Kuhn als Team des letzten Einsatzes. Martin Zürcher

Pascal Furrer, Nik Wälti, Roger Keist, Daniela Stucki und Nicole Kuhn als Team des letzten Einsatzes. Martin Zürcher

«Ich benötige dringend eine kreative Pause.» Mit diesen Worten liess Roger Keist kürzlich eine Bombe platzen. 14 Jahre lang hatte er mit seinen Freunden von der IG Drachenklub Wiliberg die sonntäglichen Ausflügler auf dem Wiliberg in der Drachenbar kulinarisch verwöhnt. Nun erklärte Keist die am Sonntag zu Ende gegangene Saison zur letzten.

Die Idee für die Bar kam dem heute 47-jährigen Zugstrecken-Inspektor, als er beim Snowkiting auf frierende Spaziergänger traf, die sich gerne zwischendurch in einer warmen Gaststube aufgewärmt hätten: «Auch wir bekamen jeweils Hunger und hatten Verpflegung dabei, wenn wir uns auf Skis von unseren Drachen ziehen liessen. Schliesslich waren wir manchmal ganze Tage dort oben, weil wir erst auf richtige Windböen warten mussten», sagt Keist. Nach Abklärungen mit der Gemeinde Wiliberg gründeten die Hobbysportler eine Interessensgemeinschaft und riefen mit einer Schneebar und ein paar Thermoskrügen ihre Drachenbar ins Leben.

Bar wird zum Ausflugsziel

Die Bar aus Schnee, wofür in den ersten Jahren mehrere Tonnen Schnee aus Sörenberg auf den Wiliberg transportiert wurden, wich bald einer mobilen Holzbar, zuletzt sogar einem beheizten Wagen, der rund 70 Gästen Platz bot. Die Erweiterung war nötig, denn im Laufe der Jahre wurde die Drachenbar, die von Januar bis März immer sonntags geöffnet war, zum lokalen Anziehungspunkt. Neben Spaziergängern, Reitern, Bikern und Langläufern, suchten immer mehr Neugierige den Berg wegen der Drachenbar auf. Neben den regelmässig stattfindenden Stubeten wurden auch Geburtstage und gar eine Hochzeit auf dem Wiliberg gefeiert. «Wir hatten es immer lustig hier und manchmal ging es richtig hoch zu und her», sagt Roger Keist.

Das Ganze ging dem langjährigen Team aber immer mehr an die Substanz. Als zum ersten Mal der Satz «wir hören auf damit» fiel, traf dieser auf offene Ohren. Roger Keist: «Ich weiss, es ist schade, denn wir hatten ein gutes, super funktionierendes Team zusammen.»

Die Drachenfreunde wollen sich nun wieder mehr ihrem Hobby statt des Barbetriebes widmen: Ihre Drachen steigen lassen und in Südfrankreich mit den Kites und den Buggys am Strand entlang brettern. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge hat das Team aufgehört, freut sich aber auf die nun frei werdenden Wochenenden. Wer weiss, vielleicht geht die Geschichte weiter. Keist dazu: «Ideen habe ich viele. Ob wir dereinst eine umsetzen werden, steht noch in den Sternen.»