Eigentlich ging man in Menziken davon aus, dass die Sanierung des Freibads eine kleinere Angelegenheit ist: Die Folien in den Schwimmbecken sollten erneuert werden und dann hätten die Arbeiten auch schon abgeschlossen sein sollen.

Doch nun wird klar, dass der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 12. Juni mit einem um ein Vielfaches grösseren Kreditantrag vor die Bevölkerung treten muss. Denn wie sich laut Botschaft des Gemeinderats zum anberaumten Traktandum herausgestellt hat, muss nun auch die Wasseraufbereitung erneuert werden.

Dazu kommen Leitungen, Arbeiten an der Hydraulik und anderem. Und das kostet: Statt erwarteten 300 000 Franken beantragt der Gemeinderat nun rund 1,7 Millionen Franken für die Sanierung.

Das Freibad Walzimatt wurde vor 49 Jahren gebaut und 1993 teilweise saniert. Vieles hat seine erwartete Lebensdauer längst überschritten, die Arbeiten sind deshalb überfällig. Wird der Kredit angenommen, beginnen die Bauarbeiten im Januar 2020 und sind rechtzeitig zum Beginn der nächsten Saison abgeschlossen. Die Sanierungskosten würden ab 2021 über zehn Jahre hinweg abgeschrieben, dadurch entstünden zusätzliche Betriebskosten in Höhe von 170 000 Franken.

Der Antrag folgt 1,5 Jahre nach dem erfolgreichen Abschluss der Sanierung des Hallenbads, die sich die Menziker rund fünf Millionen Franken haben kosten lassen. In die Badeanlagen investieren sie auch sonst viel: rund 8 der 120 Steuerprozente der Gemeinde fliessen in den Badi-Betrieb.

Viel bei Oberstufe gespart

Die Jahresrechnung 2018 kann die Gemeinde mit einem erfreulichen Überschuss von 1,9 Millionen Franken verabschieden (AZ vom 5. April). Zu dem guten Ergebnis beigetragen haben steigende Einnahmen aus den Einkommens- und Vermögenssteuern (288 000 Franken mehr als im Vorjahr).

Dazu kam eine einmalige Jubiläumsdividende der EWS Energie AG anlässlich ihres 20. Geburtstags. Sie beträgt 277 000 Franken. Ausserdem hat die Gemeinde bei der Bildung gespart, die Ausgaben fielen rund 435 000 Franken niedriger aus als budgetiert – am meisten gespart wurde bei Schulmaterial für die Oberstufe. Die Bezirksschule wird im Zuge der Schaffung der Kreisschule aargauSüd aufgelöst (Sek und Real bleiben erhalten). Die Kreisschule soll ihren Betrieb im Jahr 2020 aufnehmen.

Es folgen in den weiteren Traktanden vier einzelne Kreditabrechnungen rund um die Sanierungs- und Ausbauarbeiten an der Grenzstrasse und für den Kanalisationskredit 2014–2017. Die Gesamtsumme beträgt 2,9 Millionen Franken, 170 000 Franken weniger als gesamthaft budgetiert.

Wyna bekommt Gewässerraum

Im Rahmen der Überarbeitung der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland wird dem Volk die Teilrevision für den Gewässerraum vorgelegt. Nach einer Gesetzesänderung müssen mit dieser noch die Gewässerräume festgesetzt werden. Bis zur Verabschiedung gelten Übergangsbestimmungen auf Bundesebene, die keine Reduktion der Gewässerabstände zulassen, wie die Gemeinde erklärt.

Für die Wyna wurde die Breite des Gewässerraums je nach Standort unterschiedlich festgelegt, um raumplanerischen Interessen Rechnung zu tragen. Für die übrigen Gewässer gelten andere Vorschriften. Bei der letzten öffentlichen Auflage sind keine Einwendungen eingegangen.

Das zuletzt zurückgewiesene Wasserreglement wird noch einmal vorgelegt. Zuvor war der Gemeinderat dazu aufgefordert worden, verschiedene Punkte anzupassen und etwa auf die Pflicht zum Einbau von Schiebern in Leitungen zu verzichten. Ein solcher kostet einen Hauseigentümer in Menziken 700 Franken.

Der Gemeinderat weist die Forderung nun zurück und verweist auf Vorgaben bezüglich Versorgungssicherheit und Hygiene. Bei Sanierungen von Hauptleitungen will die Gemeinde auf eigene Kosten Schieber verbauen.