Reinach

Die am weitesten gereisten Bären kamen aus Südafrika ins Oberwynental

Vera Matic reiste aus Johannesburg/Südafrika an.

Vera Matic reiste aus Johannesburg/Südafrika an.

An der mittlerweile traditionellen Teddybärenausstellung im Saalbau Reinach nahm erstmals Vera Matic aus Johannesburg teil. Sie war eine von über 50 Ausstellerinnen, die ihre handgefertigten Exponate zeigten.

«Ich liebe es, wenn die Bären einen süssen Babyausdruck haben. Wenn die Ohren ein bisschen unten sind, möchte man ihnen immer über den Kopf streichen.» Dies sagte die Ausstellerin mit dem längsten Anreiseweg zum Reinacher Saalbau: Vera Matic wohnt in Johannesburg, Südafrika. Ihre Bärchen sind nur wenige Zentimeter gross und tragen kleine Schleifchen oder winzige Pulloverchen. Viele halten Spielsachen in den Händen und alle sind handgefertigt.

Vera Matic ist in Deutschland aufgewachsen und lebt schon seit vielen Jahren in Südafrika. Sie hat bereits an Ausstellungen rund um den Globus teilgenommen, war in New York, London und Tokio. Doch in Reinach stellte sie am Samstag zum ersten Mal aus. «Ich liebe es, hier zu sein», erklärte sie. Es gebe weltweit keine grossen Unterschiede bei den Teddys. In der Schweiz seien sie vielleicht etwas traditioneller, in Japan dagegen hätten die Bären einen andern Ausdruck.

Zum 13. Mal haben Lilo Marzohl und Katharina Schulthess im Saalbau eine Teddybärenausstellung organisiert. 52 Aussteller präsentierten am Samstag ihre Kunstwerke. Als solche müssen die Bären nämlich bezeichnet werden. «Alles ist Handarbeit, es wird kein Ramsch angeboten», versicherte Lilo Marzohl, und Katharina Schulthess ergänzte: «Das hat nichts mit Basteln zu tun, weshalb die Bären auch ihren Preis haben.» Trotzdem verliessen viele Besucher und vor allem Besucherinnen den Saal in Begleitung von mindestens einem kleinen oder grossen pelzigen Tier. Wer dabei Lust bekam, gleich selbst zu Nadel und Faden zu greifen, konnte sich bei Katharina Schulthess mit Stoff, zum Beispiel aus edlem Mohair, Knopfaugen und Stopfmaterial eindecken.

Die Kreativität der Bärenhersteller scheint unerschöpflich. Auch Teddy-Puppenstuben mit winzigen Möbelchen waren zu sehen, und im Foyer begrüsste eine Schulstube mit mechanisch bewegten Bären die Zuschauer. Neben traditionellen Teddys in süssen Kleidchen oder mit Matrosenkostüm waren auch ausgefallene Werke in knalligen Farben oder ungewöhnlichen Formen, genäht oder gestrickt, zu bestaunen. In Buddhanüsse hatte beispielsweise Karin Clénin aus Biel ihre bunten Bären gebettet.

Susanne Meyer aus Muttenz hingegen mag eher die grossen Mutzen. Rund 25 Stunden arbeitet sie an einem einzigen Bären, dabei ist die Zeit für die Herstellung der Kleider noch nicht eingerechnet. «Wichtig ist mir, dass jeder seinen eigenen Charakter und einen speziellen Ausdruck hat», erklärte sie. Daher hat auch jeder ihrer Teddys einen Namen und verfügt über ein Zertifikat.

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