Am Donnerstagmorgen stand Albert Hunziker schon früh auf dem Firmengelände der Alu Menziken Extrusion AG in Reinach. «Und etwas angespannt bin ich auch», gibt er zu. Die Menschen auf dem Platz, Kranführer, Transportfachleute und Techniker der Alu wirken klein neben Tieflader und Pneukran. 60 Tonnen wiegt jeder der zwei Herdöfen für die Giesserei, die jetzt abzuladen sind. Hunziker muss den Kran nicht selber führen, er ist Projektleiter und Sicherheitsfachmann der Alu. «Wenn es hektisch wird, achten die Leute meist zu wenig auf die Sicherheit», sagt er, «dann muss ich mich einbringen.

Die zwei Öfen werden aus Deutschland mit Tiefladern angeliefert und jetzt in einem heiklen Manöver in die Werkhalle gehievt. Dort angekommen, werden sie in die vorbereiteten Verankerungen gelegt.

Neue Öfen für die Alu Menziken

Neue Öfen für die Alu Menziken



Zuständig für das Abladen und Einbringen in die Halle ist Urs Hediger. Der Spezialist von der Firma Senn AG ist mit drei Mitarbeitern nach Reinach gekommen. Lange vor dem Transport hat er den Platz erkundet, alles ausgemessen. Er weiss: «Bei diesem Auftrag ist zentimetergenaues Arbeiten verlangt.» Wohlverstanden, mit 60 Tonnen am Haken.

Der unterkellerte Boden der Fabrikhalle musste zusätzlich abgestützt werden, damit die Öfen überhaupt an die vorbereiteten Plätze verschoben werden können.

Hedigers Plan geht auf

Zwei Gurten werden um den Bauch des Ofens gelegt und an ein Joch gehängt. Langsam zieht der Kranführer die Last hoch. Kein lautes Wort fällt. Da sind Profis am Werk.

Ein Mann genügt, um den am Haken schwebenden Ofen zu drehen, sodass ihn der Kranführer vor dem Eingangsloch aufbocken kann.

Im Halleninnern ist ein Hebewerk installiert. Daran wird das silbergraue Ungetüm aufgehängt und langsam in die Halle an den vorbereiteten Platz geschoben. Bei Hunziker löst sich die Anspannung, als er feststellt, dass der erste Ofen bald am Ziel ist. «Wenn es so weitergeht, bin ich heute Abend sehr erleichtert», sagt er.

12 Tonnen Alu in jedem Ofen

Die beiden Öfen vereinfachen die Betriebsabläufe. Je 12 Tonnen Aluminium fasst ein Ofen. Das flüssige Metall wird zu Bolzen gegossen, welche anschliessend zu den Stangenpressen geführt werden. «Alles in einem Raum, kurze Wege», sagt Hunziker. Die Öfen werden mit Erdgas befeuert und laufen einst im 24-Stunden-Betrieb.

Sind die Öfen an Ort und Stelle, bauen Urs Hediger und seine Leute den Kran ab. Die beiden Lastwagen sind bereits wieder in Deutschland.