Staffelbacher Mühle
Die alte Staffelbacher Mühle öffnet ihre Tore

Die Alte Mühle hat schon einiges miterlebt, ein Gewerbebetrieb war sie jedoch schon immer. Fünf Mieter nutzen derzeit die Räume der Mühle. Sie ist eines der ältesten Gebäude in Staffelbach.

Christine Fürst
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Die Staffelbacher Mühle heute.
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Die Alte Mühle Staffelbach hat schon einiges miterlebt, ein Gewerbebetrieb war sie jedoch schon immer.
Ehemalige Mühle 1946
Die Alte Mühle hat schon einiges miterlebt, ein Gewerbebetrieb war sie jedoch schon immer.
Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer.
Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer.
Die Alte Mühle hat schon einiges miterlebt, ein Gewerbebetrieb war sie jedoch schon immer.
Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer.
Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer.
Die Alte Mühle hat schon einiges miterlebt, ein Gewerbebetrieb war sie jedoch schon immer.
Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer.
Der Innenhof des Deutschen Seminars der Uni Basel.

Die Staffelbacher Mühle heute.

Jiri Reiner

Mystisch ist er, dieser Ort. Auch idyllisch. Die Äste der alten Linde bewegen sich mit dem Wind. Das Plätschern der Suhre wird übertönt von den schweren Regentropfen, die aufs Dach prasseln. Ein leises Klopfen wird bald zum lauten Trommeln. Das Gemäuer der Alten Mühle in Staffelbach lässt an diesem regnerischen Tag unseres Besuchs viele Geräusche zu, erst recht natürlich das Dach. Wäre man allein an diesem Ort, würde es einem wahrscheinlich unheimlich werden.

Serie in 5 Folgen

Rolf Baumann (1/5) ist Besitzer der Mühle und hat im Erdgeschoss einen Showroom für Malerbedarf eingerichtet. Doch neben ihm gibt es vier weitere Mieter, die in der Mühle ihren Beruf ausführen oder ihrem Hobby nachgehen. Sie werden in weiteren vier Folgen vorgestellt. Die alte Staffelbacher Mühle öffnet ihre Tore. (cfü)

Doch allein ist man hier nie. Fünf Mieter nutzen derzeit die Räume der Mühle. Sie ist eines der ältesten Gebäude im Dorf. 1295 wurde die Staffelbacher Mühle erstmals erwähnt, mehrmals änderte sie danach ihr Gesicht. 1677 wurde sie neu erbaut, 1945 wurde der Bau unter der Firma AG Fehlmann Söhne erweitert und neu eingedeckt. Auf diese Renovation weist noch immer der Türbogen hin. Von da an wurde sie bis in die 1960er-Jahre als Futtermühle genutzt. Fritz Hauri, der alt Gemeindeammann von Staffelbach, weiss auch woher der Name der Mühle «Staba SA» rührt, der noch heute an der Mühle angebracht ist: Staba ist eine Abkürzung für Staffelbach.

Danach wurde das Gebäude von der Firma Superba übernommen, welche sie für die Matratzenherstellung nutzte. Leimspritzer an den Wänden zeugen noch heute von dieser Zeit. Die Mühle fiel 1972 einem Brand zum Opfer. Danach wurde sie wieder aufgebaut, und es wurde ein weiterer Stock aufgesetzt. Laut Hauri nutzte die Superba die Mühle bis Mitte der 80er-Jahre. Nachher sei sie lange leer gestanden, zwischendurch habe sie der kantonale Sozialdienst genutzt, um Waren einzulagern.

Wenn die Mühle auch oft ihr Gesicht änderte, sie blieb trotzdem während Jahrhunderten der einzige nennenswerte Gewerbebetrieb, so ist es in der Staffelbacher Chronik überliefert. Seit dem Brand von 1972 stehen laut kantonaler Denkmalpflege nur noch Teile der Mühle unter kantonalem Denkmalschutz. Der Schutz betrifft die nordseitige Portalumrahmung und die Wappentafel. Auch die alte Linde steht unter Schutz.

Ein Gewerbebetrieb ist die Staffelbacher Mühle auch heute noch. Obwohl der zweite Stock durchaus geeignet wäre für eine Luxus-Loft. Ein alter Fabriklift führt in den obersten Stock. «Dieser funktioniert noch einwandfrei», sagt Rolf Baumann, der die Mühle vor zwei Jahren gekauft hat.

Der Besitzer hat eine grosse Vision

Wenn sich Rolf Baumann in der alten Mühle bewegt, die Wände berührt, den Holzboden knarren hört, dann fühlt er sich wohl. Er sei schon immer ein Liebhaber von alten Häusern gewesen. Jetzt gehört ihm die Staffelbacher Mühle, und er hat eine Vision: «Am liebsten möchte ich die Alte Mühle in ihren ursprünglichen Zustand zurückbauen.»

Er weiss, die Mühle hat sich innerhalb von Jahrhunderten ein paar Mal verändert. Das Dach wurde angehoben, ein Anbau kam dazu, es brannte und alles wurde wieder neu aufgebaut. Das ehrgeizige Ziel wird ihm wahrscheinlich viel Zeit abverlangen, aber er verfolgt seine Pläne mit Motivation und einem grossen Willen.

Im Erdgeschoss hat sich Rolf Baumann auch mit seiner eigenen Firma eingemietet. Er ist Geschäftsführer der Storch (Schweiz) AG. Ein Gewerbebetrieb, der mit Malerwerkzeugen und Profigeräten handelt. In der Alten Mühle hat die Firma einen Showroom eingerichtet. Hier finden Fachhändler wie Gewerbebetriebe ein Komplettprogramm mit speziellen Werkzeugen und Zubehör wie Pinsel, Farbwalzen und Farbspritzgeräten, um Farbe und Lack optimal zu verarbeiten.

«In der Alten Mühle hat nun alles seinen Platz», sagt Baumann. Einzig der Firmensitz ist noch an Baumanns Wohnort in Kirchleerau. Doch auch diesen will er in Zukunft nach Staffelbach verlegen.