Reinach will zwei Gemeindeliegenschaften im Dorfkern umbauen und einer gemischten Nutzung zuführen. Für die Sanierung der «Alten Mühle» wird der Gmeind vom 7. Juni einen Verpflichtungskredit in Höhe von 1,25 Millionen Franken beantragt. Das Gebäude ist seit 2015 im Besitz der Gemeinde. Es gehört zum historischen Dorfkern mit dem Hotel & Restaurant Schneggen und dem Museum Schneggli.

Auch die «Alte Mühle» steht unter kantonalem Denkmalschutz, für einen Umbau sind daher besondere Vorgaben einzuhalten. Der Gemeinderat hat zusammen mit Planern und Denkmalpflege ein Projekt erarbeitet: Nebst dem bestehenden Coiffeursalon sollen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss Büro- oder Praxisräume entstehen. Im zweiten Obergeschoss werden zwei Mietwohnungen eingebaut. An der Ostfassade, gegenüber der Überbauung «Casa Schneggli», wird eine begehbare Holzlaube angebaut. Damit werde laut Denkmalpflege das frühere Erscheinungsbild wiederhergestellt. Die behindertengerechte Erschliessung des Gebäudes wird mit dem Einbau eines Liftes realisiert.

Kleinbrauerei neben «Schneggen»

Als 2014 die beiden Altliegenschaften unmittelbar neben dem Gemeindehaus abgebrochen wurden, blieb das Nebengebäude auf der Südseite des Marktplatzes stehen. Auch hier war die Denkmalpflege in die Planung eines Umbaus involviert. Dies, weil der denkmalgeschützte «Schneggen» direkt daneben liegt. Die Denkmalpflege verlangt, dass die Gebäudehülle der Liegenschaft bei einer Umnutzung grösstenteils erhalten bleibt. Die Behörde sieht vor, das Gebäude energetisch zu sanieren und an die Heizung des Gemeindehauses anzuschliessen. Im Erdgeschoss soll ein Gewerberaum entstehen, im ersten Obergeschoss ist ein Mehrzweckraum für Gruppenanlässe geplant. Das zweite Obergeschoss wird vorläufig nicht ausgebaut.

Im Erdgeschoss werde sich eine Kleinbrauerei einmieten, verriet Gemeindeammann Martin Heiz an der Partei- und Presseinformation zur Gemeindeversammlung. Für den Umbau verlangt die Behörde einen Verpflichtungskredit von 450 000 Franken.

Ins Gebäude an der Hauptstrasse 70a soll eine Kleinbrauerei kommen.

Ins Gebäude an der Hauptstrasse 70a soll eine Kleinbrauerei kommen.

700 000 Franken für Jugendhaus

Das ehemalige AEW-Gebäude (Unterwerk) im Moos wird von der Regionalen Jugendarbeit als Jugendlokal genutzt und teilweise mit Eigenleistungen der Jugendlichen ausgebaut. Für den weiteren Umbau verlangt der Gemeinderat einen Bruttokredit von 700 000 Franken. Für die Räume bezahlt der Verein Regionale Jugendarbeit eine monatliche Miete.

Die Strassen- und Werkleitungssanierung in der Gemeinde werden weitergeführt. So verlangt die Behörde für die Sanierung der Titlisstrasse einen Verpflichtungskredit von 2,55 Millionen Franken. Geplant sind der Ausbau der Kanalisation (Kalibervergrösserung) und der Ersatz der Netzwasserleitung. Danach werden der Strassenbelag erneuert, die Abschlüsse und die Entwässerung angepasst. Weiter sind Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit für Fussgänger vorgesehen, ebenfalls erneuert wird die Strassenbeleuchtung. Die Kosten werden aufgeteilt auf die Gemeinde Reinach (Strasse), die Eigenwirtschaftsbetriebe Abwasser und Wasser sowie auf die Gemeinde Pfeffikon, die sich an den Abwasserleitungen zu beteiligen hat.

Zivilschutzfusion

Auch Reinach hat den Beitritt zum Gemeindeverband «Bevölkerungsschutz und Zivilschutz aargauSüd» traktandiert. Die neue Organisation führt die bisherigen Zivilschutzorganisationen Wynental und aargauSüd materiell und personell zusammen. Vor allem kantonale Vorgaben führen zu dieser Neuorganisation. Die Personalbestände können rund um einen Viertel gesenkt werden. Sinken werden auch die Jahreskosten pro Einwohner von heute 24 Franken (ZSO Wynental) und 18 Franken (ZSO aargauSüd) auf neu 14 bis 15 Franken. Die neue Organisation soll auf den 1. Januar 2018 operativ werden.

Öffentliche Besichtigung: Am Freitag, 2. Juni, 17 Uhr und 18 Uhr können die «Alte Mühle» und das Freizeithaus besichtigt werden.