Dies nachdem sie ein Jahr lang in einem Provisorium bei der Augenklinik Orasis in der Gemeinde einquartiert war. Das Xundheitszentrum musste vor einem Jahr ausziehen, nachdem es erst Mitte 2016 in Betrieb genommen worden war. Das Spital hatte der Gemeinschaftspraxis gekündigt, weil es die Räumlichkeiten für den Ausbau des eigenen Angebots brauchte.

«Die Arbeit im Provisorium war schwierig und auf Dauer nicht zufriedenstellend», sagt Geschäftsführer Marc Hostettler. Denn die Räumlichkeiten waren zu klein und das Provisorium mit nur einem Arzt besetzt. Weitere Kapazitäten mussten über verschiedenste Vertretungen geschaffen werden, die immer wieder wechselnde Ansprechpartner für die Patienten bedeuteten. «Für eine langfristige Lösung war das Provisorium schlicht zu klein», sagt auch Praxisleiterin Daniela Flückiger.

Vermieterin ist die Gemeinde

Sie war schon im Spital Menziken als Aushilfe dabei und hat ab dem Umzug ins Provisorium die Leitung übernommen. Und viel zu tun: Die zwei Telefone klingeln pausenlos, Patienten betreten die Praxis fast im Minutentakt. Im Provisorium war das zeitweise anders. «Ich kann nachvollziehen, dass das bei einigen Kunden für Ärger gesorgt haben dürfte», sagt Marc Hostettler. Umso mehr freue es ihn, nun mit den Räumlichkeiten in der alten Mühle eine geeignete Lösung gefunden zu haben.

«Die ‹Alte Mühle› haben wir dank der Gemeinde gefunden, die uns bei der Suche nach einem Standort unterstützt hat.» Die Wahl sei auf die alte Mühle gefallen, weil sie ausreichend Platz biete und für die Patienten ideal gelegen sei. Denn WSB-Haltestelle und Parkplätze sind gleich um die Ecke. Deshalb ist die Praxis nun dort eingemietet, Eigentümerin des Hauses ist die Gemeinde. Dass «Alte Mühle» unter Denkmalschutz steht, war kein Hindernis. «Natürlich bedeutete das für uns, dass wir beim Umbau für die Praxis Rücksicht nehmen und Kompromisse machen mussten», so Hostettler.

Man sehe den Räumlichkeiten ihre Vergangenheit auch weiterhin an: «Und das hat doch Charme». Die Investition getätigt hat das Xundheitszentrum, weil das Wynental tendenziell unterversorgt sei. Aktuell arbeiten in der neuen Praxis zwei Ärzte gemeinsam mit drei Assistentinnen, einer weiteren Teilzeitangestellten und einer Lehrtochter. Geplant ist, noch zwei bis drei weitere Ärzte zu holen. «Ich will unbedingt einen Kinderarzt. Ausserdem gibt es Überlegungen für einen weiteren allgemeinen Hausarzt, einen Gynäkologen und eventuell etwas in Richtung Psychiatrie», sagt Hostettler.

Bis 5000 Patienten pro Arzt

Pro Arzt rechnet Hostettler mit bis zu 5000 Patienten. Doch bevor sich diese Pläne konkretisieren, wolle er sich noch mit den umliegenden Ärzten und dem Spital absprechen, um anbieten zu können, was Sinn macht.

«Wir wollen natürlich auch verhindern, dass wir andere Ärzte in der Region unnötig konkurrenzieren», so Hostettler. Das mache keinen Sinn. Im Gegenteil wünsche er sich, dass im Tal mehr kooperiert wird, um die Grundversorgung möglichst gut sicherstellen zu können. So könnten etwa abwesende Ärzte ihre Patienten zu anderen Praxen schicken oder in Pension gehende Leistungsträger ihren Kundenstamm an weiter bestehende Praxen weitergeben, schliesst Marc Hostettler.