Reinach
Die alte Kläranlage reicht nicht mehr – jetzt wird sie ausgebaut

Der Abwasserverband Oberwynental erweitert seine Kläranlage in Reinach. So steigt ihre Kapazität massiv. Die neue Anlage soll für 60'000 Einwohner reichen.

Peter Siegrist
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Joe Eugster, Präsident des Abwasserverbandes Oberwynental, blickt auf den nördlichen Teil der Grossbaustelle. Die Ausmasse der neuen Klärbecken sind bereits zu erkennen.

Joe Eugster, Präsident des Abwasserverbandes Oberwynental, blickt auf den nördlichen Teil der Grossbaustelle. Die Ausmasse der neuen Klärbecken sind bereits zu erkennen.

Peter Siegrist

Seit fünf Monaten wird auf dem Areal der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Oberwynental gebaut. Parallel zur bestehenden Anlage entsteht eine neue Reinigungstrasse. Der Abwasserverband ist zweifach zum Handeln gezwungen. Erstens ist die heutige Kläranlage, obwohl mehrmals aufgerüstet und ausgebaut, technisch veraltet und erfüllt die verschärften Einleitungsbedingungen nicht mehr. Zweitens stösst sie absolut an die Kapazitätsgrenze. Die neue Anlage ist auf einen Wert von 60'000 Einwohnern ausgelegt und beinhaltet eine Kapazitätsreserve. «Mehr Einwohner, grössere Betriebe, mehr Abwasser», sagt Präsident Joe Eugster.

Abwasser nie ungeklärt in Wyna

Die alte Anlage stammt aus den 1960er-Jahren und wurde 1984, dann 1991 und 2006 jeweils ausgebaut und technisch aufgerüstet. Heute sei die Anlage dennoch technisch veraltet und am Limit, sagt Eugster, «wir sind froh, wenn sie bis zur Inbetriebnahme der neuen Reinigungsstrasse im Herbst 2015 durchhält.»

Auf der Baustelle ist der Aushub für die neuen Gebäude und die Klärbecken fertig, die Hochbauarbeiten haben begonnen. Zur neuen Strasse gehören eine Mechanische Reinigung, Vor- und Nachklärbecken und Sandfilter. Der Bau ist gestaffelt geplant. Während des Baus läuft die alte Anlage wie bisher weiter. Wenn die neue Anlage den Betrieb aufgenommen hat, wird der neuere Teil der alten Anlage saniert, der ältere Teil wird zurückgebaut. Zum Teil werden auch die Betriebsgebäude auf dem Areal neu gebaut oder umgenutzt. Mit der gestaffelten Bauweise ist sichergestellt, dass nie ungenügend gereinigtes Abwasser in die Wyna abgeleitet wird.

Projektanpassung für Umwelt

Bisher hat die ARA Reinach das anfallende Biogas selber verwertet und mit einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme produziert. Nachdem das Kraftwerk ausfiel, hat der Verband am Projekt Änderungen vorgenommen. «Wir verzichten auf ein neues Blockheizkraftwerk», sagt Eugster. In Zusammenarbeit mit der IBA Aarau wird das Klärgas künftig in die neue Erdgasleitung der Wynagas AG eingespeist. Die dafür nötige Aufbereitungsanlage erstellt die IBA auf dem Areal der ARA. Mittels Isolation der Faultürme und der Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser werde die Wärmeautonomie nochmals verbessert, sagt Eugster.

Heute leiten die Gemeinden Burg, Leimbach, Menziken, Reinach und die Luzerner Gemeinden Beromünster und Rickenbach in die ARA Oberwynental. Rund 32 Millionen Franken investieren die Gemeinden in den Ausbau und die Sanierung ihrer ARA. Eugster rechnet damit, dass bis im Herbst 2016 mit dem neuen Betriebsgebäude und den sanierten Anlagen die ARA voll in Betrieb geht.

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