Burg
Die alte Kehricht-Deponie Magron soll auf Altlasten untersucht werden

Bis 2017 soll klar sein, ob in der Kehricht-Deponie «Magron» Altlasten vorliegen. Der Kanton will mit mit der Untersuchung sicherstellen, dass das Trink- und Bachwasser nicht gefährdet ist. Die Deponie wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt.

Peter Siegrist
Merken
Drucken
Teilen
Der Rickenbach fliesst durch den Magron-Tunnel von 1928. psi

Der Rickenbach fliesst durch den Magron-Tunnel von 1928. psi

Peter Siegrist

Der Name «Magron» in der Oberwynentaler Gemeinde Burg gibt ein zweifaches Rätsel auf. Magron, so heisst eine ehemalige Kehrichtdeponie am Dorfrand. Magron heisst aber auch der tiefe Waldeinschnitt, wo der Rickenbach durch einen kleinen Tunnel in Richtung Menziken fliesst.

«Als Knaben haben wir jeweils durch den Magron-Tunnel die Strasse unterquert», weiss alt Gemeindeammann Andres Rüesch zu erzählen. Woher der Name rührt, da ist Rüesch nicht sicher.

«Alle sagten ‹Magron› und niemand erklärte es.» Die Jahrzahl 1928 am Eingang deutet auf das Baujahr des Tunnels hin. «Vielleicht heisst es so, weil viele Bauarbeiter aus Italien hier gebaut haben», mutmasst Rüesch. Und die Italiener hätten ja doch gerne Magronen gekocht.

Schon lange nicht mehr genutzt

Die einstige, kleine Deponie im Magron oben wird schon seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt. Der Hang ist längst zugewachsen. Weil dieses Waldgebiet jedoch auch Quellgebiet ist für die Gemeinden Menziken und Burg, verlangt der Kanton jetzt im Rahmen «eines normalen Vorgangs», dass das Gebiet auf mögliche Belastungen hin untersucht wird.

«Bis 2017 müssen die Untersuchungen laut Gesetz gemacht sein», erklärt Ueli Aeschlimann vom Baudepartement. Während dem die grossen Gruben schon länger untersucht und saniert oder in Sanierung seien, lägen jetzt noch die kleinen Deponien auf dem Radar des Kantons. Letztlich geht es darum, sicherzustellen, dass das Trink- und Bachwasser auf keinen Fall gefährdet ist.

Wie geht der Kanton bei Altlasten-Verdacht vor?

Burg hat das Ingenieur-Büro Porta, Brugg, mit der Untersuchung der ehemaligen Magron-Deponie beauftragt. Zuerst werde eine historische Untersuchung gemacht, erklärt Daniel Hasen von Porta, da würden Akten gesammelt und Zeitzeugen befragt. Dann werde entschieden, ob eine technische Untersuchung mit Proben nötig sei. Porta rapportiert der Abteilung für Umwelt des Kantons. Dieser entscheidet, ob eine Sanierung überhaupt eingeleitet wird. (psi)

Saniert werden müsse nicht in jedem Fall, erklärt Aeschlimann. Mit einer ersten Abklärung werde die Geschichte der Grube erfasst, «dann wird entschieden, ob eine Sanierung oder eine Überwachung nötig ist». Liegen keine Altlasten und somit auch keine Gefahren vor, kann das ganze Verfahren allenfalls auch eingestellt werden.

Auf jeden Fall ist mit einer einer Fotografie dokumentiert, wie 1929 eine Sappeur-Kompanie der Schweizer Armee über den Bacheinschnitt des Rickenbachs und den Tunnel eine Holzbrücke baute. So konnten Landwirte und Forstarbeiter ohne Umwege von einer Bachseite auf die andere wechseln. Später wurde der Einschnitt aufgefüllt, wurden Tunnel und Brücke zugedeckt. Heute führt eine breite Waldstrasse über den Magron-Tunnel.

Mit Ross und Wagen

Andres Rüesch weiss, dass bis in die Jahre des 2. Weltkrieges der Kehricht der Burger im «Magron» oben deponiert wurde. Ruedi Walch, Landwirt und Fuhrhalter sammelte einmal monatlich die Hausabfälle im Dorf unten ein. Mit Ross und Wagen fuhr er hinauf an den Dorfrand und kippte seine Ladung aus.

Viel warfen die Menschen in diesen Jahren nicht weg. «Vielleicht Legsteine aus dem Garten, kaum jedoch Metall.» Kunststoffe gab es nicht und ein Kompost- oder ein Misthaufen gehörte sowieso zu den Haushaltungen.

Die laufenden Untersuchungen werden in den nächsten Wochen zeigen, ob das, was die Burger ihrem Ruedi Walch jeweils mit auf den Weg gaben, bedenkenlos weiter im Magron oben liegen bleiben darf.