Im Chrieg heisst das Gebiet im Dorfeingang von Schöftland. Was sich dort in den letzten Jahren zutrug, war zwar kein Krieg aber es war ein jahrelanger Streit. Linke und Naturschützer kämpften gegen den Bau einer Autowaschanlage – und das mit langem Atem. Nun stehen die Bauprofile auf der Wiese und das Baugesuch liegt auf.

Bauen will die Autowaschanlage die Suhrer Garage. Ein kleiner Familienbetrieb: Roth Senior verkauft die Autos, der Junior ist in der Werkstatt und seine Mutter im Büro.

Die Garagistenfamilie hofft nun endlich die Bewilligung für den Bau der Anlage zu bekommen – die Einsprachefrist läuft noch zwei Wochen. «Wir wollen niemandem etwas Böses, wir wollen einfach endlich unsere Waschanlage bauen», sagt Hannes Roth junior.

Kosten wird die Garage das Bauvorhaben rund 1,8 Mio. Franken. Alle bisherigen Einwände seien in die Planung mit eingeflossen, sagt Roth. Auch die Aufbereitung des Wassers ist klar geregelt. Roth junior bemerkt, dass es umweltschonender sei, ein Auto in einer Waschanlage zu reinigen. Dort werde das Schmutzwasser aufbereitet. «Es ist viel schädlicher das Auto auf dem eigenen Vorplatz zu putzen.» Ausserdem sei der Bedarf für eine dritte Autowaschanlage in der Region ausgewiesen, meint Roth.

Der Interessenkonflikt

Dass eine Autowaschanlage eine solch steile politische Karriere macht, damit hatten die Garagisten wohl nicht gerechnet. Das Bauvorhaben wurde im Grossen Rat heiss diskutiert und von Pro Natura gar bis vors Verwaltungsgericht gezogen. Der Grund: Die Waschanlage steht nicht auf irgendeiner Wiese, sondern im Siedlungstrennungsgürtel. Dort darf eigentlich nicht gebaut werden. Darum musste der kantonale Richtplan angepasst werden. Das wiederum führte zu einem Interessenkonflikt: Für die Existenz der Garagistenfamilie Roth ist es wichtig, dort zu bauen.

Pro Natura und dem linken Flügel des Grossen Rats ging es ums Prinzip. Sie vertraten den Standpunkt, dass es problematisch sei, wenn ein Privater irgendwelche Interessen anmelden könne und dafür der Richtplan angepasst werde. Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny meinte gar: «Wenn man den Einzelfall Schöftland auf den Aargau hochrechnet, kann man gleich aufhören zu planen. Ganz knapp wurde die Richtplananpassung damals im Grossen Rat bewilligt.