Gontenschwil
Der Wunsch nach Veränderung ist zentral

In der Klinik im Hasel werden Leute mit Suchtproblemen behandelt oder solche, die an Folge- und Begleiterkrankungen einer Sucht leiden. Am Samstag öffnet die Klnik ihre Türen fürs Publikum.

Peter Siegrist
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Thomas Lüddeckens leitet als Chefarzt die Klinik im Hasel. Peter Siegrist

Thomas Lüddeckens leitet als Chefarzt die Klinik im Hasel. Peter Siegrist

Die Klinik im Hasel, oberhalb Gontenschwil gelegen, ist eine stationäre Einrichtung mit 45 Patientenplätzen für Männer und Frauen. Behandelt und therapiert werden Menschen mit Alkohol- und Drogenproblemen, Leute, die spielsüchtig sind; aber auch Menschen, die nebst einer Sucht auch an einem Trauma leiden.

Thomas Lüddeckens, Arzt mit der Fachrichtung Psychiatrie, Psychologie und Neurologie, leitet die Klinik samt dem Ambulatorium in Lenzburg. Die Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von Suchtkrankheiten und von Folge- und Begleiterkrankungen. Das Ambulatorium hingegen ist ein so genannt niederschwelliges Angebot und wird von Fachärzten und Psychologen geführt. Hier werden sowohl von einer Suchtkrankheit betroffene Menschen, als auch deren Angehörige beraten. Ebenso ärztliche Grundversorger, Psychiater, Therapeuten, Institutionen und Unternehmen können die Beratung des Ambulatoriums in Anspruch nehmen.

Viele melden sich selber an

Lüddeckens erklärt, dass suchtkranke Menschen sich häufig selber anmelden, weil sie erkennen, dass sie etwas verändern sollten. Eine Anmeldung sei auch ohne ärztliches Zeugnis möglich. «Dies ergibt uns die Möglichkeit, bei problematischen Konsummustern früh und wirksam zu intervenieren.

Der übermässige Alkoholkonsum steht mit 52 Prozent der Patienten an der Spitze, gefolgt von 29 Prozent mit der Kombination Alkohol und Drogen. Die illegalen Drogen machen 17 Prozent aus.

Eine wichtige Grundbedingung für eine erfolgreiche Therapie: «Die Menschen müssen mit dem expliziten Wunsch nach einer Veränderung kommen.» Nur so gelinge es die Krankheit an der Wurzel (Ursache) zu packen und nicht Symptome zu bekämpfen. Die Menschen müssen in Einzel- und Gruppentherapien lernen, jederzeit die Kontrolle über sich zu haben, «das Ziel ist Null Alkohol».

In der Therapie würden mit den Patienten konkrete, positive Ziele entwickelt. «Was möchte ich in meinem Leben erreichen? Wie erreiche ich es? Meist beginne die Therapie bei einfachen, praktischen Dingen, wie den Tag klar zu strukturieren. Ganz wichtig sei die Eingliederung in den Arbeitsprozess, erklärt Lüddeckens. Menschen, die sich einer stationären Therapie stellen, bleiben zwischen vier bis neun Monaten im Hasel. Bei über zwei Drittel der Patienten würden Doppeldiagnosen gestellt, häufig Sucht und Trauma.

«Wenn wir sagen, wir stellen den Menschen und dessen Selbstbestimmung in den Mittelpunkt», sagt Lüddeckens, dann gehe es darum, die Patienten zu lehren, selbstbestimmt mit Arbeit und Stress umzugehen und ohne Konsum zu leben. «Sonst geht es nicht: denn Alkoholismus heilt nicht einfach aus.»

Klinik im Hasel, Gontenschwil, Tag der offenen Tür, Samstag, 17. September, 11 bis 16 Uhr

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