Wynental-Suhrental
Der wichtigste Ammann lässt alle zappeln

Martin Heiz (Reinach) wird wahrscheinlich wieder antreten. Wer sonst kandidiert, und wer zurücktritt.

Rahel Plüss
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Inspiration holt sich Gemeindeammann Martin Heiz in der Natur. Archiv/peter siegrist

Inspiration holt sich Gemeindeammann Martin Heiz in der Natur. Archiv/peter siegrist

Peter Siegrist

Was macht Martin Heiz? Das ist die grosse Frage. Wird sich der Ammann der grössten und wichtigsten Gemeinde im Tal im Herbst zur Wiederwahl stellen? Eine definitive Antwort gibts noch nicht. «Äuä scho», sagt er auf Anfrage der az. Abschliessend kommuniziert wird erst, wenn sich der Gesamtgemeinderat beraten hat. Voraussichtlich wird er das an seiner nächsten Sitzung Anfang kommender Woche tun.

Martin Heiz (FDP) sitzt seit 29 Jahren im Reinacher Gemeinderat. 1988 wurde er als amtierender Grossrat in die Dorfexekutive gewählt, von Anfang an als Ammann. In den ersten Jahren politisierte er in Aarau und Reinach – neben der Führung seines eigenen TV-Geschäfts. Bis es ihm zu viel wurde und er das Grossratsmandat niederlegte. 1992 trat Walter Forrer (FDP, Oberkulm) seine Nachfolge an. Martin Heiz ist heuer 67 Jahre alt und pensioniert. Verleidet ist ihm das Politisieren auf jeden Fall noch nicht, wie er sagt, «und frustriert bin ich auch nicht».

Drei Ammänner treten zurück

Ihren Rücktritt bereits bekannt gegeben haben die Oberhäupter der Gemeinden Menziken und Oberkulm (die az berichtete). In Menziken verzichtet Annette Heuberger (56, parteilos) nach 16 Jahren im Gemeinderat, davon 12 Jahre als Ammann, auf eine erneute Kandidatur. In Oberkulm tritt Edmund Studiger (73, SP) nicht mehr an. Er wurde 2006 in den Gemeinderat gewählt, seit 2010 ist er Ammann. In Unterkulm stellt sich für die Öffentlichkeit überraschend Gemeindeammann Roger Müller (FDP) nicht zur Wiederwahl (siehe separater Text).

Leimbach tritt in globo wieder an

Nicht wie zunächst angekündigt, will Janine Murer (48) doch Ammann von Leimbach bleiben. Sie habe ihre Entscheidung nach eingehender Beratung mit dem Gemeinderat revidiert, sagt sie auf Anfrage. Zwar sei die Belastung hoch, «aber wir haben als bewährtes Team mit unserem neuen Gemeindeschreiber sehr positiv gestartet. Das hat mir neuen Schub gegeben, mich zusammen mit den anderen vier Gemeinderäten weiterhin für unser kleines Dorf zu engagieren.» In Leimbach werden also alle Bisherigen im Herbst wieder kandidieren.

Auch in Gontenschwil stellt sich der gesamte bisherige Gemeinderat zur Wiederwahl und damit auch Frau Gemeindeammann Renate Gautschy (die az berichtete). Die 63-jährige Freisinnige gehört der Dorfexekutive seit über 19 Jahren an, seit 2001 ist sie Gemeindeammann.

Schmid will Ammann werden

In Oberkulm, wo der 1. Wahlgang bereits am 25. Juni stattfindet, kommt es neben dem frei werdenden Ammann-Sitz von Edmund Studiger sicher zu einer zweiten Vakanz. Gemeinderätin Barbara Bögli (SVP) hat sich nach «langem Abwägen», wie sie sagt, entschlossen, nicht mehr zu kandidieren. «Nein, amtsmüde bin ich nicht», sagt sie. Und sie gebe das Amt nicht gerne ab. «Aber alles geht halt nicht.» Als Grund nennt sie berufliche und familiäre Gründe. Sie gehört dem Gemeinderat seit 2011 an. Die drei anderen Bisherigen, Vizeammann Roger Schmid (SVP), Gemeinderätin Verena Brändli (FDP) und Christian Hirt (FDP) stellen sich zur Wiederwahl. Vizeammann Roger Schmid will Nachfolger von Edmund Studiger werden. Er gehört dem Gemeinderat seit 2010 an, von Beginn an als Vizeammann. Gemeinderat Christian Hirt wird fürs Amt als Vizeammann kandidieren.

Diese Räte kandidieren erneut

Fast vollzählig tritt der Gemeinderat Burg wieder an. Gemeindeammann Marcel Schuller (48, parteilos), seit 2011 im Gemeinderat, stellt sich für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung. Ebenso seine Kollegen, Vizeammann Hans-Peter Steiner und die Gemeinderäte Susanne Schneider und Ursula Friederich. Gemeinderat Stephan Siegrist verzichtet aus zeitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur.

Ebenfalls eine Demission gibt es im Gemeinderat Teufenthal zu verzeichnen. Noch werde aber nicht bekannt gegeben, welcher der Gemeinderäte sich nicht zur Wiederwahl stelle, sagt Gemeindeschreiber Patrick Amrein. Ein ungewöhnliches Vorgehen. Sicher ist: Gemeindeammann Urs Lehner (60, parteilos), Vizeammann Thomas Plüss (parteilos) und Peter Weber (SVP) sind weiterhin mit von der Partie.

Auch die Zetzwiler Gemeinderäte wollen ihre Absichten noch nicht kundtun. Voraussichtlich am kommenden Montag wird sich das Gremium beraten, danach, so heisst es, werde kommuniziert.

Unterkulm: Roger Müller tritt nicht mehr an

Für die Öffentlichkeit überraschend hat Gemeindeammann Roger Müller (FDP) auf Ende der ordentlichen Amtsperiode seinen Rücktritt erklärt. Der 58-Jährige gehört dem Unterkulmer Gemeinderat seit 2005 an, seit 2007 ist er Gemeindeammann. Er sagt: «12 Jahre sind eine gute Zeit.» Er habe sein Amt all die Jahre gerne gemacht, aber Beruf und Politik unter einen Hut zu bringen, werde zunehmend anspruchsvoller. Zumal sein Geschäft in der Zwischenzeit auch gewachsen sei. Müller ist Geschäftsführer und Inhaber der IT-Firma AS-Infotrack in Unterkulm. Das Unternehmen hat aktuell 18 Mitarbeitende.

Die drei Bisherigen, Vizeammann Emil Huber, Gemeinderätin Manuela Basso und Gemeinderat Michael Patscheider, haben sich bereit erklärt, erneut zu kandidieren. Offen bleibt zum jetzigen Zeitpunkt die Kandidatur von Gemeinderat Peter Michel. Er macht seinen Entscheid abhängig vom Ergebnis seiner beruflichen Neuorientierung, in der er sich gegenwärtig befindet. (rap)