Reinach

Der Weltladen gibt nach 30 Jahren auf und stellt den Betrieb ein

Susanne Rambold vom Mitenand-Laden Beromünster übernimmt einen Teil der Waren. psi

Susanne Rambold vom Mitenand-Laden Beromünster übernimmt einen Teil der Waren. psi

Der 1981 eröffnete «3.-Welt-Laden» ist geschlossen, der Verein löst sich auf. Der Umsatz war rückläufig und es wurde immer schwieriger genügen freiwillige Helferinnen für die Mitarbeit im Team zu finden.

Angefangen hat die Geschichte des Reinacher Weltladens vor 30 Jahren mit dem Verkauf von Jute, Honig, Kaffee, Tee und Bananen aus Drittweltländern. Damals war der Begriff «Fairer Handel» mit Produkten aus Südamerika, Afrika und Asien noch nicht so verbreitet wie heute. In Reinach hatte eine Gruppe von Idealisten den 3.-Welt-Laden-Verein gegründet und angefangen, oben genannte Produkte zu verkaufen.

«Vieles hat sich verändert, seit den 1980er-Jahren», sagt Marianne Schlegel. Sie ist fast seit der Gründerzeit im Laden engagiert und hat den Wandel miterlebt. Das Sortiment war laufend erweitert worden, Teigwaren aus einer Kooperativen von Mittelitalien kamen dazu und weitere Lebensmittel. Später hat der Weltladen auch kunsthandwerkliche Arbeiten, Töpfer- und Korbwaren und Textiles ins Sortiment aufgenommen.

Trotz Ladenschluss ein Ziel erreicht

Es sei zwar bedauerlich, dass der Weltladen schliesse, sagt Marianne Schlegel, aber die äusseren Umstände hätten einen Betrieb nicht mehr ermöglicht. So sei es immer schwieriger geworden, genügend Leute zu finden, die bereit waren, ehrenamtlich im Laden zu stehen. Anders als früher seien viel mehr Frauen berufstätig und sähen keine Möglichkeit mehr für solche Einsätze. So seien die eingeschränkten Öffnungszeiten für den Verkauf zum Handicap geworden.

Dass die Grossverteiler in den letzten Jahren vermehrt Produkte aus fairem Handel, zum Beispiel Max-Havelaar-Produkte, ins Sortiment aufnahmen, sieht Schlegel durchaus positiv. «Heute ist es in vielen Haushaltungen üblich, einmal wöchentlich gross einzukaufen», sagt Schlegel. Jetzt bestehe die Gelegenheit zum Teil Produkte, wie sie der Weltladen auch führte, beim Grossverteiler einzukaufen. «Ein ideelles Ziel ist damit erreicht, faire Produkte sind im breiten Handel erhältlich.»

Der Weltladen-Verein wird sich auflösen. «Was an Geld übrig bleibt, können wir noch an das von uns unterstützte Projekt in Argentinien spenden», erklärt Marianne Schlegel.

Einen Teil der restlichen Waren übernimmt der Mitenand-Laden in Beromünster. Dieser Laden bietet weiterhin Produkte aus 3.-Welt-Ländern, aber auch aus der Region an.

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