Kölliken

Der Schulweg soll sicherer werden – dank weniger Elterntaxis

Den Raum zur und um die Schule für Kinder freigeben: Plakate vor der Schule Kölliken animieren, das Kind zu Fuss zur Schule zu schicken.

Der Kölliker Gemeinderat versucht seit kurzem Eltern davon abzubringen ihre Kinder in die Schule zu fahren. Die deutliche Nachricht auf den aufgestellten Plakaten: «Elterntaxi, nein danke»

«Geben Sie Ihren Kindern mehr Raum», steht auf den Plakaten, die seit kurzem vor der Schule Kölliken aufgestellt sind. Der Gemeinderat möchte damit die Eltern bitten, ihre Kinder nicht zur Schule zu fahren. «Elterntaxi, nein danke», lautet die deutliche Nachricht an die Mamis und Papis.

Die Plakate, die ursprünglich von Baselbieter Gemeinden für deren «Elterntaxi»-Kampagne entworfen wurden, liess der Gemeinderat im Rahmen der Massnahmen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg aufstellen (AZ vom 14. Februar). «Wir werden jetzt abwarten und beobachten, ob die Plakate etwas bewirken», sagt der Kölliker Ammann Mario Schegner.

Die Baselbieter Plakate hätten dem Gemeinderat gefallen, weshalb man sie übernommen habe. Derweil erarbeitet die Gemeinde zusammen mit dem Kanton und Vertretern aus der Bevölkerung weitere Massnahmen, um die Strassenübergänge für Kinder sicherer zu machen.

Zwei Unfälle, in die drei Kinder involviert waren, hatten vergangenen Winter grosse Verunsicherung im Dorf ausgelöst. Der Gemeinderat arbeitete darauf mit Kantonsexperten erste Lösungen aus, die er in einer Infoveranstaltung im Februar vorstellte.

Kosten sind schon im Budget eingestellt

An jenem Abend hatte zudem eine Gruppe Eltern dem Gemeinderat ein Dossier mit Ideen überreicht. Vertreterinnen der Gruppe werden ebenfalls in die Gestaltung von sicheren Schulwegen einbezogen.

Als mögliche Massnahmen wurden an der Infoveranstaltung etwa bessere Beleuchtungen oder Schutzinseln für Fussgängerstreifen erwähnt. Die Kosten für die Schulwegsicherheits-Projekte seien bereits im Budget 2020 eingestellt, so Schegner.

Das Verfahren zum Unfall mit zwei Kindern läuft noch

Derweil befasst sich die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm mit den beiden Unfallfahrern. Der 34-jährige Schweizer, der am 30. November 2018 ein Mädchen auf dem Fussgängerstreifen angefahren hatte, erhielt bereits seinen Strafbefehl.

Wie Mediensprecherin Fiona Strebel sagt, wird er wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen und einer Busse von 600 Franken verurteilt. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.

Im zweiten Fall fuhr ein 38-jähriger Schweizer am 8. Januar 2019 einen 7-jährigen Buben auf dem Fussgängerstreifen an. Durch den Aufprall wurde dieser in einen 12-jährigen Kameraden geschleudert, der ebenfalls die Strasse überqueren wollte. Der Fahrer hielt nicht an. Später wurde er verhaftet. Dieses Verfahren ist gemäss Fiona Strebel noch am Laufen.

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