Reinach

Der Schneggen in Reinach bekommt Lebenshilfe

Ab Herbst führt die Stiftung Lebenshilfe den Betrieb im Schneggen.  psi

Ab Herbst führt die Stiftung Lebenshilfe den Betrieb im Schneggen. psi

Der Gasthof Schneggen öffnet unter der Führung der Stiftung Lebenshilfe die Türen wieder. Das Hotel und Restaurant soll künftig als Integrations- und Ausbildungsbetrieb dienen.

Es ist bekannt, dass der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz es liebt, jeweils an der Gmeind «den wenigen, die kommen», eine exklusive Botschaft zu übermitteln. Ebenso bekannt ist, dass er, um die Spannung hochzuhalten, die Katze am liebsten am Schluss unter «Verschiedenes» aus dem Sack lässt.

«Der Schneggen geht im Herbst wieder auf», sagte Heiz an der diesjährigen Gmeind. Gegenwärtig sind Hotel und Restaurant geschlossen, nach dem der Pächter im Januar die Bilanz deponieren musste. Das Haus werde weiterhin als Hotel und Gasthof mit Essen und Trinken geführt, «aber etwas anders». Der Schneggen werde Integrations- und Ausbildungsbetrieb unter der Führung der Stiftung Lebenshilfe.

Die Lebenshilfe ist ein Unternehmen mit sozialem Auftrag für Bildung, Arbeit und Wohnen für Jugendliche und Erwachsene, aber auch für Menschen mit Behinderungen und sonstigen besonderen Bedürfnissen. «Es wird also auch geschützte Arbeitsplätze geben», erklärte Gemeindeammann Heiz. Die gastronomische Betreuung werde in den Händen von Albi von Felten (Hirschen Erlinsbach) liegen, ein «perfekter Businessplan» bestehe bereits.

Souverän sagt zu allem Ja

Die verschiedenen, traktandierten Geschäfte führten zu keinen Diskussionen. Selbst die Rechnung 2010, die mit einem unerwarteten, rekordverdächtigen Defizit von 2,3 Mio. Franken abschliesst, wurde überraschend diskussionslos und ohne Gegenstimme genehmigt. Die von der Behörde angefügten Gründe, dass Reinach die Ausgaben im Griff hatte, dass jedoch bei den Steuern über 1,3 Mio. Franken weniger als erwartet eingingen, wurden akzeptiert. Reinach hat heute langfristige Schulden von 13 Mio. Franken. Das macht pro Einwohner rund 1600 Franken. Der Steuerertrag pro Kopf liegt im Jahr 2010 bei 1454 Franken.

«Das Budgetieren wird immer schwieriger», sagte Heiz, «es bleiben uns noch 1,5 Mio. Franken zum Investieren. Da müssen wir zwangsläufig einzelne Projekte zurückstellen und sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufnehmen.» Auch für die Gemeinde Reinach sind rund 80 Prozent des Budgets durch Kanton und Bund vorgegeben und somit nicht beeinflussbar (az Aargauer Zeitung vom 4. Juni).

Die Erneuerung der beiden Planungskredite für die Sanierung der Kanalisationen in Höhe von 623000 Franken und für die Sanierung der Gemeindestrassen in Höhe von 273000 Franken wurde ohne Gegenstimme bewilligt. Damit hat der Gemeinderat wieder Handlungsspielraum für die kommenden Jahre 2012 bis 2016.

Beitritt zur Pforte Arbeitsmarkt

Das Pilotprojekt «Pforte» für den Arbeitsmarkt wurde von Gemeinderätin Pia Müller vorgestellt. Sie wies die Anwesenden nochmals auf die Vorteile hin, welche die Vereinigung von Regionaler Arbeitsvermittlung (RAV), IV und Sozialdienst für die Betreuung der Klientel bringen kann. «Ebenso werden die Arbeitgeber besser und aus einer Hand betreut und beraten», sagte Müller.

Björn Marti, der Leiter des Heilsarmeekorps Aargau Süd unterstützte das Projekt in seinem Votum. Er wies aber darauf hin, dass die Machtkonzentration positiv und negativ sein könne. So bestehe auch die Gefahr, dass Leute zu stark unter Druck gesetzt würden. «Wenn aber der Mensch und nicht das Sparen im Vordergrund stehen», sagte Marti, «dann hat die Pforte Erfolg. Wir unterstützen dieses Projekt.» Die Gemeindeversammlung stimmte dem Beitritt und dem damit verbundenen Kredit einstimmig zu.

Acht neue Reinacher

Zustimmung gab es zur Kreditabrechnung für die Sanierung der Hauptstrasse K 242 im Abschnitt Central. Die Kreditüberschreitung von 252000 Franken ist darin begründet, dass die Sanierung zusätzlich bis zur Bärenbrücke realisiert wurde, und dass zusätzlich der Postplatz neu gestaltet wurde.

Neue Reinacher: Die Stimmberechtigten haben diskussionslos Erhan Babaç, dem Ehepaar Mehmet und Pakize Mulaj mit den Kindern Donjeta, Ilir, Doruntina und Dardan und Gianni Russo das Einwohnerbürgerrecht zugesichert.

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