Wynental
Der Regierungsrat unterstützt die Einstellung des WSB-Güterverkehrs

Ab Januar 2013 wird der WSB-Güterverkehr eingestellt. Der ehemalige Grossrat Beat Leuenberger (SLB) reichte beim Regierungsrat eine Interpellation ein, die heute beantwortet wurde.

Sarah Künzli
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Ab Januar 2013 wird der Güterverkehr auf den WSB-Gleisen eingestellt. Peter Siegrist

Ab Januar 2013 wird der Güterverkehr auf den WSB-Gleisen eingestellt. Peter Siegrist

AAR Bus + Bahn begründete diesen Entscheid damit, dass immer weniger Betriebe den Transport auf den Gleisen wählen. Somit rentiere ein weiterer Güterverkehr auf den Gleisen nicht mehr.

Der ehemalige Grossrat Beat Leuenberger (SLB) hat im September eine Interpellation an den Regierungsrat eingereicht. Der Regierungsrat hat ihm gestern auf diese Interpellation geantwortet. Er stellt sich in seinem Schreiben hinter den Entscheid der Einstellung des Güterverkehrs von AAR Bus + Bahn.

Er begründet es damit, dass sich der Güterverkehr der WSB bis 2008 auf einem stabilen Niveau gehalten habe, seither sei der Transport auf den Gleisen aber stark rückfällig geworden, schreibt der Regierungsrat. Und weisst auf die ALU Menziken hin, die seit November 2011 ihre Rohware ausschliesslich auf der Strasse transportieren würden.

Investitionen rentieren nicht

Zusätzlich spiele der Geldaufwand eine grosse Rolle: «Die sichere Weiterführung des Güterverkehrs wäre nur mit erheblichen Investitionen möglich, die unter Berücksichtigung der Nachfrageentwicklung nicht mehr zu rechtfertigen sind», schreibt der Regierungsrat in seiner Begründung. Deshalb sei aus der Sicht des Kantons, der WSB und des Bundesamts für Verkehr eine Weiterführung des Güterverkehrs nicht sinnvoll.

Der von Beat Leuenberger vorgeschlagene Güterverkehr während der Nacht lehnt der Regierungsrat ebenfalls ab. «Der Nachtgüterbetrieb wäre für die Anwohnenden der WSB-Strecke wegen der Lärmbelastung sehr problematisch.»

Beat Leuenberger fragte sich in seiner Anfrage an den Regierungsrat auch, ob die Investition von fünf Millionen in eine neue Rollbockanlage in Suhr eine Verschwendung war, wenn der Güterverkehr sowieso eingestellt wird. Für den Regierungsrat ist aber klar, dass dieser künftig dem Personenverkehr dient und somit keine Fehlinvestition war.

Der Dienstleistungsangebotsverlust im Wynental wird laut Regierungsrat mit einer Verbesserung des Personenverkehrs kompensiert. Durch die verbesserten öV-Erschliessungen werden die Arbeitsplätze besser erreichbar und damit gestärkt sein.

Lastwagentransport ist teuer

Unter dem Entscheid der Einstellung des Güterverkehrs leiden vor allem die Stahlverarbeitung und die Zuckerrübenpflanzer im Wynental. Der Leimbacher Stahlverarbeiter MEC Servicecenter AG hatte bislang ein WSB-Gleis direkt in eine Lagerhalle. Mit der Einstellung des Güterverkehrs muss die ganze Logistik umgestellt werden. Die Umstellung auf Lastwagen bedeutet für die Leimbacher Stahlverarbeitung mehr Aufwand, mehr Kosten und mehr Mitarbeiter.

Auch für die Zuckerrübenpflanzer im Wynental hat es Konsequenzen. Jeden Herbst transportieren sie 8000 Tonnen Zuckerrüben nach Triengen und wieder zurück. Also müssen ab nächstem Jahr 500 Lastwagen zwischen Triengen und dem Oberwynental verkehren. Das bedeutet für die Bauern Mehrkosten.

Der Regierungsrat schreibt aber, dass die Zuckerfabriken für den Transport der Rüben eine Entschädigung ausrichten werden. Auch für die Organisation des Abtransportes werde ein Beitrag bezahlt, so der Regierungsrat. Ob damit sämtliche Mehraufwendungen gedeckt sind, kann der Regierungsrat nicht beurteilen.

Enttäuschung über den Entscheid

Der Reinacher Landwirt Hannes Speck bestätigte, dass er mit der Zuckerfabrik am Verhandeln sei. «Mehr kann man dazu nicht mehr sagen», sagt er etwas verärgert. Es bliebe ihm nichts anderes mehr übrig als auf den Transport auf den Strassen auszuweichen.

Beat Leuenberger zeigt sich etwas enttäuscht von der Antwort des Regierungsrates. «Die Einstellung des Güterverkehrs ist ein ökologischer Unsinn», sagt er. Das Wynental werde damit immer mehr abgeschnitten. Es würden nun 1500 Lastwagen durch das Wynental verkehren. Das wiederum werde zu einem Kollaps führen. «Dazu muss ich mich aber nicht mehr äussern. Es bringt sowieso nichts», sagt er enttäuscht.

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