Drei deftige Unfälle und ein geplatzter Traum standen am Anfang der Musikerkarriere von Dani Hächler. Die Schulter und den Ellenbogen hatte er sich ausgerenkt, die Bänder eines Fusses gerissen, jedes einzelne.

Das alles passierte beim Snowboardfahren, der grossen Leidenschaft, zu der Dani Hächler während der Oberstufenschulzeit gefunden hatte und der er seine ganze Aufmerksamkeit widmete. «Ich war vernarrt in den Sport. Da durchkreuzte der entschiedene Rat eines Arztes all meine Pläne, die ich für die Zukunft hatte. Es flossen Tränen.»

Heute kann Dani Hächler (40), der in Oberkulm aufgewachsen ist und vor zwei Jahren ebendort in idyllischer Lage ein altes Bauernhaus erworben und renoviert hat, auf diese schwere Zeit ohne Wehmut zurückblicken. Denn was auf die schmerzerfüllten Monate folgte, war die Wiederentdeckung einer alten Liebe, die Liebe zum Rhythmus und zu den Rhythmusinstrumenten.

«Ein später Einstieg»

Diese musikalische Liebe wurde bereits in jungen Jahren geweckt, vermittelt allmorgendlich über den Radiowecker seiner Eltern. Der Bossa Nova, überhaupt die lateinamerikanische Musik und insbesondere die Rhythmen und der «gongige Sound», wie Hächler sagt, der Congas faszinierten ihn.

Nun also, viele Jahre und drei Unfälle später, kaufte sich Dani Hächler, der sich inzwischen auch zum Chemielaboranten hatte ausbilden lassen, ein Set Bongos und begann zu spielen. «Das war eigentlich ein später Einstieg ins Musikerleben. Aber ich war unglaublich begeistert», sagt Dani Hächler. Er arbeitete fortan Teilzeit, nahm Unterricht, verweilte drei Monate auf Kuba, gründete mit Freunden eine Band, knüpfte Kontakte.

Unter anderem die Rapperin Steff La Cheffe, der Blusbueb und der Reggaesänger Dodo griffen in den vergangenen Jahren auf seine Dienste als Perkussionist zurück. Auch die bekannte Reggea-Band Moonraisers wurde auf sein Talent aufmerksam und nahm ihn in ihren Reihen auf.

Grosses Glück erfuhr Hächler, als er vor zwei Jahren Mitglied der Lausanner Band «Professor Wouassa» wurde. «‹Professor Wouassa› spielen einen Mix aus Afro-Beats, Funk und Worldmusic und ich mag es sehr, mich zwischen den Stilen zu bewegen», erklärt der Wynentaler Musiker, der als Gesangslehrer auch an den Schulen Suhr und Gränichen unterrichtet. «Ich bin auch sehr stolz darauf, Teil der Band zu sein. Denn in Lausanne sind die besten Perkussionisten zu Hause.»

Herausforderndes Heimspiel

Am Samstag, 2. April, tritt die 10-köpfige Band für ein seltenes Aargauer Konzert im Reinacher Theater am Bahnhof auf. Für Dani Hächler bedeutet dieses Heimspiel ein ganz besonderes Erlebnis, nicht nur weil er massgeblich an der Organisation beteiligt war. «Ich bin eigentlich nicht nervös vor Konzerten, aber im Moment ist das ganz anders. Im Wynental habe ich meine Wurzeln, es ist mein Ruheort und es werden viele Freunde und Verwandte anwesend sein, die ich lange nicht gesehen habe. Ich bin gespannt darauf, zu erfahren, was sie zur Musik sagen, die ich mit «Professor Wouassa» mache.»

Professor Wouassa Samstag, 2. April, 21 Uhr, Theater am Bahnhof (TaB), Reinach