Obwohl der Samstag nicht ganz so frühlingshaft daherkam wie die vergangenen Tage, kamen die Besucherinnen in Scharen und stöberten an den Ständen. Diese boten wiederum das gewohnt breite Angebot. Die Schlossrueder Landfrauen, die heuer ihr 60-Jahr-Jubiläum feiern können, sind in der glücklichen Lage, beim Zusammenstellen der 55 Aussteller auslesen zu können.

Einige neue Anbieterinnen waren vertreten, unter ihnen Marion Schmid aus Safenwil, die auf den modernen Retro-Stil Shabby-Look setzte. Willkommensschilder, Schmuck und Dekoartikel sehen aus, als hätten sie bereits oft die Besitzer gewechselt, sind in Wahrheit aber neu. Begehrt waren auch die Etageren, die Susanne Müller, Wittnau, anbot. Aus alten Tellern, Tassen und Schüsselchen kreiert sie die modischen Gestelle, auf welchen sich Konfekt und Früchte dekorativ präsentieren.

Heidi Kleiner hatte trotz verbreiteter Frühlingsgefühle die letzten zwei Flaschen Wintersirup mitgenommen. «Wenn ihn jemand mag, kauft er ihn trotzdem», meinte sie. «Ausserdem hält er bis Ende Jahr.» Besser in die Jahreszeit passt der Löwenzahnsirup. Doch auch dieser ist vom letzten Jahr, obwohl sie bereits neuen hätte einkochen können. Das ist jedoch für die Käuferinnen kein Nachteil. «Das Aroma entfaltet sich mit der Zeit immer besser», erklärte Kleiner.

An etwas kühleren Temperaturen und Aussichten hätte Gabriela Briner wohl nichts auszusetzen gehabt. Die Wolle ihrer Alpakas wird im Frühling nicht besonders nachgefragt. «Ich habe nicht so viel mitgebracht», erklärte Briner. «Aber die Leute sehen sie und kommen später in den Laden.»

Die Verkäufer stellen am Schlossrueder Ostermarkt besonders gerne aus. «Hier wird immer viel gekauft. Die Leute kommen nicht nur zum Schauen und Essen», meinten einige. Tatsächlich trugen fast alle Besucher Taschen mit sich, aus welchen Kränze aus farbigen Eiern, die Spitzen von Osterglocken oder ein frischgebackener Zopf herausschauten.

Kaum Zeit zum Auspacken hatten auch die Helferinnen beim Brockistand des Gemeinnützigen Frauenvereins Schöftland. Schon vor Marktbeginn plünderten die ersten Kundinnen die Auslage. «Wir haben unsere schönsten Sachen mitgebracht und wissen, was die Leute suchen», meinte Präsidentin Dorothee Doswald. Das eingenommene Geld, beinahe 1000 Franken, bleibt im Tal: Es kommt dem Webereimuseum Schmiedrued für die Sanierung des Daches zugute.