Moosleerau
Der Moosleerber Wald hängt in Roggwil

Daniel Gerhard zeigt nächstens in Zofingen und Roggwil seine Fels-, Wald- und Wiesenbilder. Er findet seine Motive vor der Haustür in Moosleerau: ein lichtdurchfluteter Waldweg, ein zerfallender Wurzelstock, ein Bach in verschneiten Wiesen.

Peter Weingartner
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Daniel Gerhard mit einem seiner Wald-Bilder.

Daniel Gerhard mit einem seiner Wald-Bilder.

Peter Weingartner

Daniel Gerhard hat viel zu tun in diesen Tagen. Am nächsten Samstag zeigt er am Zofinger Kunstmarkt Bilder, und er präsentiert auch seinen neuen Kalender. 14 Tage später, am 29. August, stellt er in der Bromer Art Collection in Roggwil-Kaltenherberg 67 Bilder aus. Diese Bilder hat er gerahmt und verpackt, heute Mittwoch fährt er sie nach Roggwil.

«Gut die Hälfte dieser Bilder für die Ausstellung ist im letzten Jahr entstanden», sagt Daniel Gerhard, denn die Anfrage, ob er in Roggwil ausstellen möchte, hat der Moosleerauer Lehrer nicht nur als Kompliment für seine Arbeit empfunden; sie habe ihn auch zum Schaffen motiviert. «Die Ausstellung bei Bromers ist eine Chance», sagt das Mitglied der Gilde der Schweizer Bergmaler, an deren Ausstellung in Appenzell René Brogli von der Bromer Art Collection auf Gerhard aufmerksam wurde.

«Fels-, Wald- und Wiesenmalerei»: Unter dieses Motto stellt Gerhard seine Aquarelle und Acrylbilder. Fels, nicht Feld. Die Begriffe umschreiben die Motive. Er stösst auf sie in seiner nächsten Umgebung, wenn er mit dem Hund im Wald spazieren geht, am Wochenende, in den Schulferien. Es muss nicht immer eine Bergmalwoche in Grindelwald sein wie letztes Jahr. Und schon gar nicht zieht es ihn nach Venedig, in die Provence oder auf griechische Inseln. Er findet seine Motive vor der Haustür in Moosleerau: ein lichtdurchfluteter Waldweg, ein zerfallender Wurzelstock, ein Bach in verschneiten Wiesen.

Interesse am Alltäglichen

«Die Motive gehen nicht aus», sagt der Künstler und Lehrer. Und die Botschaft seiner Bilder? «Die Schönheit der Natur, der alltäglichen kleinen Sachen zeigen», sagt er. Laub auf dem Kiesweg. Felsen. Vergessenes Brennholz. Vor rund 30 Jahren hat Gerhard angefangen: mit Bleistift- und Kohlezeichnungen. Mit Aquarellen hat er sich die Welt der Farben erschlossen. «Mit Grün hatte ich meine Mühe, da die Grüntöne in den Normkasten mir nicht passten», sagt er. Erfahrungen sammeln durchs Ausprobieren. Das ist Daniel Gerhards Weg. Er leitet auch Malkurse.

Malen im Kunstreservoir

Neben seinem Haus in Moosleerau hat er sich ein Atelier gebaut: das Kunstreservoir. Gerhards Staffelei steht da und nicht im Moosleerauer Wald oder an der Suhre, denn er malt im Atelier, nachdem er in der Natur ein Foto gemacht hat. «Ich weiss, dass es Kollegen gibt, die das anders machen und meine Vorgehensweise etwas missbilligen», sagt er. Dabei beeindruckt in den stärksten seiner Bilder, wie es Gerhard gelingt, Lichtverhältnisse und Stimmungen einzufangen.

Am Kunstmarkt in Zofingen am 16. August hat Daniel Gerhard vor, vor Ort zu malen. Vernissage der Ausstellung in Roggwil, an der neben Daniel Gerhard auch Margot Schneider aus St. Gallen ausstellt, ist am Freitag, 29. August, von 19 bis 22 Uhr. Die Ausstellung dauert bis zum 5. Oktober.