Hirschthal
Der letzte Fussgängerstreifen verschwindet - ebenso der Bahnübergang

Der Fussgängerstreifen und der dazugehörende Bahnübergang ausgangs Hirschthal in Richtung Schöftland sollen aufgehoben werden.

Christine Fürst
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Der Fussgängerstreifen und der anschliessende ungesicherte Übergang über die Gleise für Fussgänger. Pascal Meier

Der Fussgängerstreifen und der anschliessende ungesicherte Übergang über die Gleise für Fussgänger. Pascal Meier

Der Fussgängerstreifen liegt in einer Kurve und die Sicht ist deshalb manchmal erschwert. Und er wird praktisch nicht genutzt, offenbar sind die Bewohner des angrenzenden Quartiers nur selten zu Fuss unterwegs. Nur gerade 2,1 Passanten überqueren den Fussgängerstreifen pro Stunde. Dies hat laut dem Hirschthaler Ammann Peter Stadler eine Messung gezeigt.

Nun soll der Fussgängerstreifen verschwinden. Auch der Bahnübergang über die Geleise der Wynental- und Suhrentalbahn (WSB) für Fussgänger wird aufgehoben. «Der Bahnübergang für Fussgänger hätte im Rahmen der vorgeschriebenen Sicherheitsbestimmungen saniert werden müssen», sagt Erwin Rosenast, Mediensprecher der AAR bus+bahn. Hintergrund ist die Eisenbahnverordnung. Diese schreibt vor, dass alle Bahnübergänge, die der Verordnung nicht entsprechen, bis Ende 2014 saniert werden müssen.

Ausbauen oder ganz schliessen

«Es gab zwei Optionen: Entweder ausbauen und sanieren oder schliessen», sagt Erwin Rosenast. Man habe sich entschlossen, vor allem aufgrund des Kosten-Nutzen-Verhälnisses, den Bahnübergang für die Fussgänger ganz zu schliessen und auch den Fussgängerstreifen aufzuheben. Der Übergang für Fahrzeuge aus dem Wuhrweg gleich daneben bleibt aber erhalten. Der Ammann ergänzt, es handle sich um eine unübersichtliche Stelle, und der Platz für eine Sanierung stehe nicht zur Verfügung.

Die WSB hat – in Absprache mit Kanton und Gemeinde – die Änderung bereits beschlossen. Weil der Fussgängerstreifen auf der Kantonsstrasse K 208 liegt, ist auch der Kanton involviert. Letzte Woche wurde der Beschluss amtlich veröffentlicht, 30 Tage dauert die Einsprachefrist.

Einen neuen Fussgängerstreifen an dieser Stelle wird es nicht geben. «Dafür müssten sämtliche Anliegen zur Verkehrssicherheit gewährleistet werden, beispielsweise die Fussgängerfrequenzen», sagt Kai Schnetzler, der Projektleiter für Verkehrssicherheit beim Kanton.

Will ein Fussgänger künftig via Fussgängerstreifen über die Strasse, muss er rund 300 Meter bis zur WSB-Haltestelle in Hirschthal gehen. «Auch wenn es keinen Fussgängerstreifen gibt, dürfen Kantonsstrassen trotzdem gequert werden, sofern keine zu benützenden Fussgängeranlagen vorhanden sind, wie zum Beispiel eine Unter- oder Überführung», sagt Kai Schnetzler. Nicht möglich ist das an jenen Stellen, wo zwischen Geleise und Trottoir ein Geländer angebracht ist.

Der Fussgänger habe laut Schnetzler die Möglichkeit, dort wo die Bahnschranke für Fahrzeuge ist, die Strasse zu queren – ohne Vortrittsrecht. Peter Stadler ergänzt, dass sich die Benützer weiterhin an der Blinklichtanlage und Schranke des Strassenübergangs orientieren könnten und so gesichert seien.