Ausgerechnet bei der Installation seiner Ausstellung «Eisbilder» im «Huus 74» in Menziken geschah das Unglück. Chris Vandoni (64) stürzte im Mai von der Leiter und zog sich einen Beckenbruch sowie einen Trümmerbruch im Ellenbogen zu. «Ich bin seit dem Unfall daran, wieder richtig laufen zu lernen», sagt er heute. Entstanden sind seine selbstleuchtenden Bilder aus dem Innern von Gletschern, die momentan im Menziker «Huus 74» zu sehen sind, auf sieben Gletscherexpeditionen. «Die waren eigentlich viel gefährlicher als die Installation danach», so der Künstler.

Die Gefahr des Verzettelns

Chris Vandoni aus Seengen ist sonst eigentlich kein Pechvogel, sondern ein Tausendsassa. Der 64-Jährige macht Musik, schreibt Bücher, fotografiert, filmt und gibt IT-Unterricht. «Ich hatte schon als Kind sehr viele Interessen», sagt er. Er war Fussball-Goalie, Leichtathlet, spielte in einem Akkordeon-Orchester – und in einer Rockband. «Wenn man so viel macht, dann verzettelt man sich», sagt er. Das habe er schon bald gemerkt und deshalb entschieden, eins nach dem anderen zu machen.

Vandoni ist in Locarno geboren und nach Abstechern in Albisrieden, Schwamendingen, Flims, Regensdorf und Zollikofen hat er seine Kindheit hauptsächlich in Reinach verbracht. Musik und Schreiben gehören zu seinen grössten Leidenschaften. Bei der Musikschule Peter Frey hat er Akkordeon gelernt, später Klavier sowie Gitarre und besuchte ein Semester an der Berner Jazz-Schule. Er gab Musikunterricht und war als Alleinunterhalter unterwegs. In seinem Einfamilienhaus in Seengen hat Vandoni ein kleines Studio eingerichtet. Er konnte schon einige CDs veröffentlichen. Seine Musikgenres: «Instrumentalmusik zum Relaxen, Chillen sowie Film-Soundtracks.»

Partnerin als Kritikerin

«Nach einem 7-jährigen Musikstudium und einer kaufmännischen Lehre machte ich Ende der 80er-Jahre eine Ausbildung zum Programmierer», sagt er. 1991 habe er dann sein eigenes IT-Schulungsunternehmen gegründet. Damit verdient er heute seinen Lebensunterhalt. Wie auch seine Partnerin, Ursula Klöti (57), die IT-Trainerin und Supporterin ist. Die beiden sind seit 37 Jahren ein Paar. «Das Leben mit Chris ist spannend, es wird nie langweilig mit ihm», sagt Klöti mit einem Lachen. Sie habe ihn auch auf die Gletscherexpeditionen, wo die Eisbilder entstanden, begleitet. Und sie sei jeweils das erste Opfer, wenn es um die Beurteilung von Vandonis Werken gehe. «Die ehrlichsten und direktesten Kritiken kommen von Ursula», so Vandoni.

Drei veröffentlichte Bücher

Geschrieben hat Chris Vandoni schon immer gerne. 1979 schrieb er seinen ersten Roman. 1987, 1988 und 1990 folgten weitere. Keines seiner Werke veröffentlichte er. «Sie waren einfach nicht gut genug», ist er heute überzeugt.

Seine Vorbilder: Erich von Däniken und Walter Ernsting. Mit Letzterem habe er über Jahre eine enge Freundschaft gepflegt. «Er war mein Mentor.» Vandonis Genre: Realitätsnahe Science-Fiction-Thriller. 2008 begann er seine Trilogie «Sphären» zu schreiben. 2010, 2012 und 2016 veröffentlichte er sie. Vom ersten Teil der Trilogie gibt es mittlerweile sogar ein Hörspiel.

Chris Vandoni macht vieles – und das mit Leidenschaft. Am 20. September findet auf einem Hallwilersee-Schiff eine Buchlesung statt, Radio-Moderator Marco Caduff liest aus der Sphären-Trilogie. Vandonis Bilder sind noch bis Ende September im «Huus 74» in Menziken zu sehen. Die Finissage findet am 27. September um 20 Uhr statt. «Dann hoffentlich ohne Krücken und Arm im Gips», sagt Vandoni.