Es war ein wichtiges Thema, das am Donnerstagabend in der Aula des Oberstufenschulhauses diskutiert wurde. So wichtig, dass der gesamte Kölliker Gemeinderat anwesend war. Es ging um den Dorfplatz. Schon seit über 20 Jahren ist er ein Thema, verändert hat er sich aber in dieser Zeit nicht gross. Im Sommer 2010 meldete ein schwedischer Investor, dass er sich auf dem Dorfplatz engagieren möchte, eine Wohnüberbauung mit Lebensmittelladen und anderen Verkaufsflächen schwebte ihm vor. Die Gemeindeversammlung genehmigte daraufhin den Verkauf des Dorfplatzes, es kam jedoch ein Referendum zustande und an der Urne wurde der Verkauf später abgelehnt. Der Investor zog sich zurück und der Dorfplatz blieb, wie er war. Vor zwei Jahren hat nun die Gemeindeversammlung einem Kredit zugestimmt, um Lösungsvorschläge für die Gestaltung des Dorfplatzes zu erarbeiten.

Am Donnerstagabend nun fand der offizielle Startschuss dafür statt. Der Gemeinderat lud zusammen mit dem Raumentwicklungsbüro Planteam S AG zu einem Workshop, an dem alle Köllikerinnen und Kölliker teilnehmen konnten. Gekommen sind schliesslich etwas mehr als 20 Personen. Diese jedoch waren bereit, zwei Stunden lang über die Entwicklung des Dorfplatzes zu diskutieren. Es ging darum, herauszufinden, was mögliche, wünschenswerte und nicht erwünschte Entwicklungen sind. Dafür wurden den Teilnehmern drei Themen vorgegeben, zu denen sie in Gruppen ihre Gedanken und Vorstellungen diskutierten.

Wohnen, Gewerbe und Grünes

Ein Themenschwerpunkt war «Gewerbe und öffentliche Dienste». Aus den Diskussionen ging klar hervor, dass der Dorfplatz einen Zentrumscharakter bekommen muss. «Den Mix von Wohnräumen und Gewerbe finde ich gut», hiess es. Oder: «Es braucht zweckmässige Räumlichkeiten für die Gemeindeverwaltung.» Klar war auch, dass die heute oberirdischen Parkplätze in die Tiefe müssen. «Das Soziale gehört in ein Dorfzentrum», hiess es oft. Einen Buchladen, einen Blumenladen oder eine Kinderkrippe könne man sich vorstellen. Auch eine Gemeinschaftspraxis im Dorfzentrum, eventuell zusammen mit der Spitex, wurde vorgeschlagen. Ein Café, das vielleicht zusammen mit einer Bäckerei geführt wird und am Sonntag geöffnet hat, würden sich die Teilnehmenden wünschen.

Ein weiterer Schwerpunkt war das Thema Wohnen. Eine Kombination zwischen Wohnen und Gewerbe können sich die Teilnehmenden vorstellen. Es brauche aber eine gute Altersdurchmischung und Luxuswohnungen seien nicht gefragt. «Das Zentrum muss so attraktiv sein, dass die Leute nicht ins Auto sitzen und nach Entfelden fahren», warf einer in die Runde. «Das wird nicht funktionieren», sagte ein anderer.

Zum Thema Freiraum waren sich alle einige, dass es Grünflächen braucht, dass das Zentrum auch ein Begegnungsort werden sollte. Auch eine Piazza könne man sich vorstellen. Das Ziel ist aber klar: «Jede Generation soll sich im Zentrum wohlfühlen können.»

Ergebnis Ende Jahr

Der Workshop hatte zum Ziel, ein gemeinsames Bild des Kölliker Dorfplatzes zu entwickeln, das über eine breite tragfähige Basis verfügt. «Wir hoffen, dass wir zu einem guten Resultat kommen», sagte Gemeindeammann Fredy Gut.

In einem nächsten Schritt werden von Planteam S drei Teams bestehend als Architekten und Landschaftsarchitekten ausgewählt, welche die Ideen auswerten und in die weitere Planung zu integrieren versuchen. Ende Jahr soll dann ein Ergebnis vorliegen, das aufzeigt, in welcher Form der Dorfplatz gestaltet werden könnte.

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