Schöftland
Der Je-Ka-Mi-Abend zog in Schöftland einst Publikum an

Die Schöftler haben es gut. Seit 45 Jahren wirkt der Verein Pro Schöftland und sorgt dafür, dass Kultur im Dorf Bestand hat. Berühmtestes Kind des Vereins ist die Schöftler Woche. Doch das ist lange nicht alles, was der Verein fürs Dorf anbietet.

Peter Siegrist
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40 Jahre Schöftler Woche
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Die besondere Karte der Restaurants zum Essen bei Kerzenlicht. zvg
Eine Modeschau und ein Je-Ka-Mi-Abend waren Höhepunkte. zvg

40 Jahre Schöftler Woche

Pro Schöftland fasst den Begriff Kultur recht weit. Das Programm bietet Konzerte, Filmabende, Lesungen. Aber auch Anlässe, wo die Besucher aktiv werden, gehören dazu, etwa Sprachkurse, Bastelkurse, Kurse in Yoga oder Feldenkrais.

Höhepunkt ist natürlich jeweils die Schöftler Woche im November. Eine Kunstausstellung und weitere Anlässe, verteilt über eine ganze Woche gehören dazu. Und das hat Geschichte.

Ein Blick in die Annalen der Pro Schöftland zeigt, angefangen hat die Geschichte mit einem Schlossgespräch. Am 7. April 1967 lud der damalige Gemeindeammann Hans Wälty Schöftler Unternehmer ein. «Der Unternehmer und die Öffentlichkeit» sowie «Public Relations der Behörden» waren die Themen.

Im Jahr 1968 hat eine Gruppe um Hans Wälty – nach und nach wurden auch die Ehefrauen miteinbezogen – verschiedene Anlässe organisiert. Ein Kammermusikkonzert, dann ein Lehrlingswochenende. Weiter diskutierten die Schöftler über ihre «Dorfprobleme», «Bahnfragen» und «Unsere Schulen».

Politische Bildung der Frauen

Die Schöftler setzten sich mit ihrem Dorf, aber auch mit dem politischen Leben auseinander. Kurz vor der Einführung des Frauenstimmrechts im März 1971 fand in Schöftland ein «Staatsbürgerinnenkurs» statt. Themen waren: «Wie unser Dorf regiert wird», «Die Mitarbeit der Frau in der Politik». Abgeschlossen wurde der Kurs mit dem Besuch einer Grossratssitzung.

1972 thematisierte Pro Schöftland «die Errichtung einer Berufswahlschule». Die Liste der Aktivitäten in den ersten Jahren ist lang. Nebst Kultur standen immer wieder politische Themen mit Bezug aufs Dorf im Zentrum.

Auch soziale Anliegen wurden von Pro Schöftland weiterverfolgt. So etwa die Errichtung einer Kinderkleiderbörse oder, die Schaffung einer Leihbibliothek. Auch die heutige Spielgruppe wird seit Jahrzehnten von Pro Schöftland geführt.

Finanziert wurden die Aktivitäten in den Gründerjahren oft auch von den Unternehmern im Dorf. So ist auch die Bemerkung von Hans Wälty in einem Protokoll zur erklären: Gruppenmitglieder sollten «möglichst wohlhabend sein.» Dabei ging es Wälty nicht vor allem darum, etwas für die «Mehr Besseren» zu tun, sondern, er erwartete von den Mitgliedern auch, dass sie bereit waren, etwas aus der eigenen Tasche beizusteuern.

«De Schöftler got z Schöftle us»

Vor 40 Jahren fand die erste Schöftler Woche statt. Höhepunkt war eine Modeschau, wo einheimische Firmen ihre Modelle zeigten. Mit eingebunden waren die Coiffeure des Dorfes, die Blumenläden, ein Schmuckladen.

Ein Tag nach der Modeschau ging der «Je-Ka-Mi-Abend» über die Bühne. «Unbekannte Show-Talente stellen sich vor», war das Motto. Für zwei Franken Eintritt konnten die Schöftler an einer Castingshow, quasi an «Schöftland sucht den Superstar» teilnehmen.

In diesem Jahr feiert Pro Schöftland vom 1. bis 10. November 40 Jahre Schöftler Woche. Ein reich gefülltes Programm und eine Kunstausstellung im Schloss und im Schlosspark laden zum Ausgehen ein.

Mehr Infos www.proschoeftland.ch