Dora Häuselmann drehte den Schalter und der Webstuhl begann zu rattern. Die Fäden schossen hin und her, sodass die Bänder fast wie von Geisterhand wuchsen. Fasziniert betrachteten die Besucher das Gerät, mit welchem sich die Bauern früher im Ruedertal einen Zusatzverdienst sicherten. Die im Weberei- und Heimatmuseum ausgestellten Maschinen sind so gross, dass sie nicht in die Stube passten. «Mein Vater hat dafür extra ein Webhäuschen gebaut», erzählte Häuselmann, die als Kind beim Weben mithelfen musste.

Viele Besucher wählten am internationalen Museumstag bewusst kleine Ausstellungen aus, die nicht immer offen sind. Ein Shuttlebus brachte sie vom Dorfmuseum Gontenschwil ins Wäbimuseum Schmiedrued und weiter zum Strohhaus in Kölliken. «Der Museumstag ist gut für uns, wir bekommen dadurch zusätzliche Werbung», erklärte Kurator Roland Frei.

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Für die Museen lohnt sich der internationale Museumstag, wie Zahlen des Weberei- und Heimatmuseums in Schmiedrued zeigen. Kamen 2010 noch 66 Besucher, waren es im letzten Jahr schon 110. Das entspricht einem Anstieg um satte 72,6 Prozent.

Kubaner besuchen Menziken

Auch allgemein sind die Museen der Region weiterhin beliebt. Zwar schwanken die Besucherzahlen stark, aber das hat verschiedene Gründe: Umbauten, gesundheitliche Probleme der Museumsleiter oder personelle Wechsel führen manchmal dazu, dass die Museen eine Zeit lang geschlossen werden.

Die 2013 eröffnete Gutenberg-Werkstatt in Reitnau wird dieses Jahr zum ersten Mal das ganze Jahr geöffnet sein. Der Museumsverantwortliche, Bruno Altherr, ist auf gutem Weg, sein Ziel von 1000 Besuchern im Jahr 2015 zu erreichen. Immer mehr Schulklassen führt er durch sein Druckereimuseum. Sie schätzen es, dass sie auf den alten Maschinen, die noch ganz ohne Strom funktionieren, selbst etwas drucken dürfen.

Ein sehr internationales Publikum hat das Menziker Tabakmuseum, das insbesondere auch Gäste aus Kuba begrüsst. 2014 besichtigten 800 Tabakliebhaber das Museum.

Strohdachhäuser weiter beliebt

Die Besucherzahlen des Kölliker Dorfmuseums schwanken zwischen 165 im Jahr 2010 und 790 im Jahr 2013. «Das vollständig neu gestaltete Museum zog wieder viel mehr Besucher an, daher das Rekordergebnis», erklärt Christoph Haller, Präsident der Kölliker Museumskommission. 2012 war das Museum wegen der Neugestaltung nur sechs Monate geöffnet, weshalb nur 250 Gäste das Museum im Kölliker Strohdachhaus besuchten. Auch in Muhen lockt ein Museum in einem Strohdachhaus hunderte Besucher pro Jahr an. Laut der Verantwortlichen Anna Moser sind es jedes Jahr um die 600 Besucher.

Das sind die Besucherzahlen zwischen 2010 und 2014:

Die Besucherzahlen von 2010 bis 2014

Die Besucherzahlen von 2010 bis 2014

Das Gontenschwiler Dorfmuseum seinerseits verzeichnet ebenfalls sehr unterschiedliche Zahlen: zwischen 187 und 386 Besucher sind es pro Jahr. «Die Zahlen variieren nach Art der jeweiligen Sonderausstellung und den damit verbundenen separaten Führungen. Für unser kleines Museum sind das recht gute Zahlen», sagt René Würgler von der Museumskommission.