Zetzwil/Gontenschwil
Der Industrie ist die Totalsperre ein Dorn im Auge: Laster wollen nicht aussenrum

Das Ausbauprojekt für die Verbindungsstrasse zwischen den Dörfern liegt öffentlich auf.

Rahel Plüss
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Bei der alten Mühle in Zetzwil ists besonders eng. Die Verbindungsstrasse nach Gontenschwil wird ausgebaut. Rahel Plüss

Bei der alten Mühle in Zetzwil ists besonders eng. Die Verbindungsstrasse nach Gontenschwil wird ausgebaut. Rahel Plüss

Rahel Plüss

Die Verbindungsstrasse zwischen Gontenschwil und Zetzwil ist gefährlich – besonders für Fussgänger und Velofahrer. Die vielen Lastwagen, die unter anderem das Gontenschwiler Industriegebiet Mättenfeld anfahren, brauchen an manchen Stellen die ganze Fahrbahn. Alle anderen Verkehrsteilnehmer müssen sehen, wo sie bleiben. Es gibt weder ein Trottoir noch einen Velostreifen. Das ändert sich jetzt. Endlich. Das 4,6 Millionen Franken teure Projekt, das seit Jahren hängig ist, hat Fahrt aufgenommen.

Nachdem die beiden beteiligten Gemeinden im Juni ihre jeweiligen Kreditanteile (Zetzwil 581 000 Franken, Gontenschwil 90 000 Franken) gutgeheissen hatten und die direktbetroffenen Grundeigentümer durch den Kanton noch einmal persönlich orientiert worden sind, liegt das Vorhaben nun bis zum 6. Dezember öffentlich auf.

Breitere Strasse, neue Brücke

Die Kantonsstrasse soll saniert und die Wyna-Brücke von 1938 durch einen Neubau ersetzt werden – aber nicht nur: Die Verbindung zwischen den beiden Gemeinden wird auch sicherer gemacht. Dazu wird die Strasse verbreitert und beidseitig mit einem Radstreifen versehen. Zusätzlich wird entlang des südlichen Strassenrands ein Trottoir gebaut.

Die Fahrbahn, die heute rund sechs Meter breit ist, wird im Innerortsbereich auf dem Gemeindegebiet von Zetzwil auf rund neun, im Ausserortsbereich auf Gontenschwiler Grund und Boden auf zehn Meter verbreitert. Der künftige Strassenverlauf wird mehr oder weniger dem heutigen entsprechen.

Im schmaler gehaltenen Innerortsbereich wird eine sogenannte Kernfahrbahn ohne Mittelstreifen eingerichtet, ausserorts werden die Fahrbahnen mit Radstreifen getrennt geführt.

Die Auflagefrist läuft seit gut einer Woche, daher kann noch nichts über Einwendungen gesagt werden. «Die Akzeptanz des Projektes ist – soweit sich das nach den Gesprächen mit den betroffenen Grundeigentümern sagen lässt – im grossen und ganzen gut», sagt Christoph Schaerer, ausführender Ingenieur vom Büro Wilhelm und Wahlen in Aarau, «zumindest was die technischen Ausführungen betrifft.»

Mit dem Vorgehen selbst sind nicht alle glücklich: Die vorgesehene, viermonatige Totalsperrung der Strasse ist offenbar vor allem der Gontenschwiler Industrie ein Dorn im Auge. Das bestätigt auch die Gemeinde. Von den Unternehmen war bis Redaktionsschluss niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Man habe verschiedene Varianten geprüft, so Schaerer, die Vollsperrung habe sich aber als die Beste erwiesen. Eine Ausführung unter Verkehr würde die Bauzeit erheblich verlängern und auch zu massiven Mehrkosten führen.

«Eine Realisierung zwischen Mai und Oktober 2017 wäre dann nicht möglich», so Schaerer, «es würde sicher 2018 werden.» Ausserdem wären aufwendige Provisorien nötig, wie etwa der Bau einer vorübergehenden Brücke über die Wyna. Die Kosten wurden nämlich auf Basis einer viermonatigen Totalsperrung errechnet.

Daneben hätte die einseitige Verkehrsführung auch grosse Verkehrsbehinderungen zur Folge. Gerade der Knoten Zetzwil wäre aufgrund des zu erwartenden Rückstaus vor der Ampel sicher stark mehrbelastet.

Wird die Verbindungsstrasse gesperrt, müssen die ganz schweren Lastwagen über die Hochhauskreuzung in Reinach ausweichen. Kleinere Lastfahrzeuge bis 16 Tonnen können die Talseite in Oberkulm (bei Glas Trösch) wechseln.

Der Individualverkehr bis 7 Tonnen kann auch den Übergang zwischen Leimbach und Gontenschwil benützen. Die Signalisation sei aber noch nicht definitiv festgelegt, räumt Schaerer ein. Der Zugang zu den betroffenen Liegenschaften sei auf jeden Fall gewährleistet. Die Velofahrer und Fussgänger werden vom Gontenschwiler Mättenfeld durchs Moos zum Zetzwiler Bahnhof umgeleitet.