Gontenschwil
Der Hund der Familie Keller wartet im Tierheim

Die Reinacher Familie Keller, die zwischenzeitlich Unterschlupf bei Grossrat Samuel Schmid gefunden hat, hat ihren Hund im Tierheim abgegeben und nicht mehr geholt. Nun weiss die Leiterin nicht, was sie tun soll.

Sabine Kuster
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Nero braucht neues Herrchen

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AZ

Es ist ein weiteres trauriges Kapitel im Fall der Reinacher Familie Keller. Die Familie, welche seit Weihnachten im Gästehaus von SLB-Grossrat Samuel Schmid wohnt, beschäftigt nicht nur die Reinacher Behörden und die Sozialhilfe. Nun betrifft der Fall Keller auch das Tierheim Büelacher in Gontenschwil. Am 14. Dezember brachte die Mutter der Familie einen der beiden Hunde ins Tierheim von Jeanette Eggenberger. Sie werde den Hund am nächsten Tag wieder holen, versprach die Frau der Besitzerin des Tierheims.

Doch der schwarze Labrador-Mischling ist noch immer im privaten Heim für Ferienhunde. Denn die Familie hat momentan grössere Sorgen und will vom Hund nichts mehr wissen. Das kann Jeanette Eggenberger verstehen. Enttäuscht ist sie aber, dass die Familie nicht mit offenen Karten gespielt hat, sondern den Hund einfach nicht mehr abholte. «Sie hätten doch ehrlich sein können», sagt sie, «ich wäre gerne gefragt worden, ob ich ein neues Zuhause für den Hund suchen könne.»

Genau das kann sie nun nicht: Es fehlt nicht nur der Impfschein des Hundes, sondern auch die unterschriebene Verzichtserklärung der Kellers. Das Formular hat sie der Familie zwar geschickt, doch Frau Keller sagte gestern auf Anfrage, der Brief sei nicht angekommen, weil eine Ziffer der Postfachnummer nicht gestimmt habe.

Neues Formular

Jeanette Eggenberger will der Familie heute nun ein neues Formular schicken und hofft sehr, die Unterschrift zu erhalten. Solange sie den Hund nicht vermitteln kann, muss sie für die Fütterungskosten aufkommen. Dass die Kellers ihr diese bezahlen, damit rechnet sie nicht. Unterstützung von der Polizei oder dem Veterinäramt bekommt die Tierheimbesitzerin jedenfalls keine. Beim Veterinäramt hiess es bloss, sie hätte halt fernsehen müssen, dann hätte sie gewusst, wer die Familie sei. Die Polizei warnte Eggenberger, nichts ohne die Verzichtserklärung zu tun, da sie sonst rechtlich belangt werden könne. Deshalb traut sie sich auch nicht, den Hund in Biberstein vor dem «Haus des Segens» abzuliefern.

Ausserdem tut ihr das Tier leid. Der Hund sei wahrscheinlich noch jung und sei ziemlich wild – künftige Besitzer werden ihn noch erziehen müssen. Wo die restlichen Tiere der Familie hingekommen sind, ist nicht bekannt. Im Dezember hielten sie ausserdem noch einen Schäferhund und zwei Katzen. «Ich bin froh, haben sie die nicht auch noch gebracht», sagt Eggenberger.