Hochwasser
Der Hochwasserschutz im Suhrental soll mit Erdwall verbessert werden

Die Behörden des Suhrentals wollen den Schutz vor dem Hochwasser verbessern. Dafür wird ein Erdwall in Staffelbach errichtet. Dieser soll im Katastrophenfall eine Million Kubikmeter Wasser stauen.

Sebastian Wendel
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Hochwasserschutz

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Aargauer Zeitung

Zusammen mit den Regionalplanungsverband Suhrental und den betroffenen Gemeinden plant der Kanton Aargau ein Projekt zum langfristigen Hochwasserschutz. Gesetzt den Fall, die Suhre führt mehr als 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde, soll auf dem Gebiet der Gemeinde Staffelbach ein drei Meter hoher Erdwall das Wasser zurückhalten. Im Durchschnitt fliessen rund 2 Kubikmetern pro Sekunde, aktuell sogar nur einer.

An der Stelle, wo die Suhre den geplanten Staudamm passiert, soll mit einem Wehr der Wasserdurchlauf auf 15 m3/s gedrosselt werden. Laut Martin Tschannen von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau rechnet man mit Projektkosten von rund 20 Millionen Franken. Drei Viertel davon fliessen in das Rückhaltebecken, ein Viertel in Sanierungsarbeiten entlang der Suhre.

80 Hektaren überflutetes Land

Ziel des Projekts ist es, das Siedlungsgebiet vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis zu schützen. «Die engen Verhältnisse am Unterlauf der Suhre lassen nur wenige lokale Ausbaumassnahmen zu», sagt Tschannen, «so sind wir auf die regionale Lösung mit dem Rückhaltebecken angewiesen.» Bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis könnte der Erdwall bis zu einer Million Kubikmeter Wasser zurückstauen, um den weiteren Abfluss gezielt regulieren zu können. Schäden an Infrastruktur und an der Landschaft wären unvermeidlich.

Laut Tschannen müssten rund 80 Hektaren Landwirtschaftsgebiet überflutet werden. Neben demjenigen von Staffelbach ist auch Gemeindegebiet von Attelwil, Reitnau und Moosleerau betroffen. An einer Informationsveranstaltung klärten Regierungsrat Peter C. Beyeler sowie Vertreter der kantonalen Wasserbaufachstelle die Grundeigentümer und Bewirtschafter auf. «Natürlich haben wir nicht bei allen Betroffenen Freude verbreitet», sagt Tschannen, «jedoch käme der Kanton für den Ernteausfall und die Aufräumarbeiten mit einem fairen Beitrag auf.» Alle drei bis fünf Jahre erreicht die Durchlaufmenge der Suhre mehr als 20 Kubikmeter pro Sekunde. Auch in diesen Fällen soll der Damm zum Einsatz kommen. «Hier wären die Umweltschäden jedoch bedeutend geringer», sagt Martin Tschannen.

Planungskredit wird beantragt

Im Hochwasserschutz gibt es laut Tschannen zwei Konzepte. «Entweder man hält das Wasser zurück oder man erleichtert ihm den Durchfluss.» Im Suhrental sei man bestrebt, das Wasser zurückzuhalten. «Ansonsten verlagern wir das Hochwasserproblem nur nach weiter unten im Flusslauf», sagt Tschannen.

In der Projektgruppe sitzt ein Landschaftsplaner, der dafür sorgen soll, dass der drei Meter hohe Erdwall das Naturbild nicht beeinträchtigt. «Nach einigen Monaten wird der Wall so begrünt sein, dass man ihn kaum mehr erkennt», so Tschannen. In einem nächsten Schritt beantragen die Projektbeteiligten beim Kanton einen Planungskredit von rund 1,4 Millionen Franken. Laut Tschannen werden Liegenschaftsbesitzer und Bewirtschafter auch im weiteren Prozess eng mit eingebunden.

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