Unterkulm

Der Gemeinderat will Gutscheine für Kinderbetreuung einführen

Mit den Betreuungsgutscheinen erhalten Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in der Nähe vom Arbeitsplatz betreuen zu lassen (Symbolbild).

Mit den Betreuungsgutscheinen erhalten Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder in der Nähe vom Arbeitsplatz betreuen zu lassen (Symbolbild).

Direkte finanzielle Unterstützung der Eltern durch Betreuungsgutscheine – so lautet die Idee des Gemeinderates. An der Gemeindeversammlung befindet das Volk darüber.

Wenn es nach dem Gemeinderat geht, erhalten Eltern in Unterkulm künftig direkte finanzielle Unterstützung für die familienergänzende Kinderbetreuung. Er will, wie es in der Stadt Luzern bereits Praxis ist, Betreuungsgutscheine einführen. Damit können Eltern ihre Kinder im Vorschulalter in einer selbst gewählten Institution betreuen lassen.

«Wir wollen auf die veränderten familiären Lebensformen reagieren und unser Dorf als Wohngemeinde attraktiv machen», sagt Gemeinderätin Manuela Basso. Denn die Zukunft der Gemeinden hänge wesentlich davon ab, ob junge Familien gerne in ihrer Wohngemeinde leben und die Voraussetzung vorfinden, die sie brauchen, um ihre Familienaufgaben im Alltag zu bewältigen. «Mit den Gutscheinen haben die Eltern die Möglichkeit, ihr Kind in der Nähe ihres Arbeitsplatzes betreuen zu lassen.» Natürlich müsse die Institution gewisse Qualitätskriterien erfüllen. Diese sind in einem neuen Reglement zusammengefasst, das der Gemeinderat erarbeitet hat. Darin sind auch die Anspruchsberechtigung und der Umgang mit den Betreuungsgutscheinen festgelegt.

Das neue Reglement wird der Gemeindeversammlung vom 28. Mai zur Beschlussfassung unterbreitet. Sagt der Souverän Ja, werden die Gutscheine bis 2018 vorläufig eingeführt. In dieser Pilotphase will man verbindliche Anhaltspunkte über den tatsächlichen Bedarf und die Kosten erhalten. Im Moment rechnet der Gemeinderat mit jährlichen Kosten von 40 000 Franken.

Das Konzept Betreuungsgutscheine wurde in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Kinder&Familien, Baden, erarbeitet. Diese hat, basierend auf Erfahrungswerten und der Unterkulmer Situation, den jährlichen Aufwand berechnet.

«Die finanzielle Belastung für die Gemeinde ist natürlich abhängig von der Nachfrage», so Basso. Kinderbetreuung zahle sich aber aus. Eine Studie, die im Auftrag des Sozialdepartements der Stadt Zürich 2001 durchgeführt worden sei, habe gezeigt, «dass jeder in die familienergänzende Kinderbetreuung investierte Franken 1,6-fach zurückfliesst.» Erwerbstätige Eltern würden auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen erfüllen, in dem sie durch ihr höheres Einkommen mehr Kaufkraft haben und mehr Steuern zahlen.

Anspruch auf Unterstützung bei der Kinderbetreuung sollen Familien mit einem steuerbaren Jahreseinkommen bis 100 000 Franken haben. Die Höhe der Gutscheine ist lohnabhängig. Die Eltern haben in jedem Fall einen Sockelbeitrag zu leisten. Ein Rechenbeispiel zeigt: Wenn ein Kind eine Krippe besucht, die 90 Franken pro Tag kostet und die Eltern 65 000 Franken verdienen, haben die Eltern einen Sockelbeitrag in Höhe von fix 25 Prozent, also gut 22 Franken zu bezahlen. An den verbleibenden Kosten von knapp 68 Franken beteiligt sich die Gemeinde aufgrund des Einkommens mit 56 Prozent, was knapp 38 Franken entspricht. Die Eltern zahlen somit total 52, die Gemeinde 38 Franken.

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