Kirchleerau
Der Gemeinderat will einen Wärmeverbund

Die bald 30-jährige Ölheizung für die Schule, die Turnhalle und die Verwaltung muss ersetzt werden. Der Kirchleerber Gemeinderat favorisiert eine Holzschnitzelheizung trotz hoher Investitionskosten.

Sibylle Haltiner
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Die Gemeinde Kirchleerau braucht für Schule, Turnhalle und Verwaltung eine neue Heizung. Gemeinderat Markus Hauri stellte die Pläne vor.

Die Gemeinde Kirchleerau braucht für Schule, Turnhalle und Verwaltung eine neue Heizung. Gemeinderat Markus Hauri stellte die Pläne vor.

sih/cfü

Dass die Kirchleerber Schulkinder und das Gemeindepersonal im Winter nicht frieren, haben sie einer Ölheizung aus dem Jahr 1985 zu verdanken. Doch diese darf ihren Dienst nur noch bis 2017 tun: Sie entspricht den gesetzlichen Umweltbestimmungen nicht mehr.

Deshalb hat sich der Kirchleerber Gemeinderat Gedanken über einen Ersatz gemacht und informierte am Dienstagabend über die geprüften Varianten und seinen Favoriten. Gemeinderat Markus Hauri stellte das Projekt vor. Geprüft wurden sowohl der Ersatz durch einen neue Öl- oder Gasheizung, eine Wärmepumpe mit Erdsonde sowie eine Holzschnitzelheizung mit Wärmeverbund.

Hauri wies auf die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme hin: «Öl und Gas generieren weniger Investitionskosten, allerdings ist der CO2-Ausstoss hoch.» Umweltfreundlicher wäre eine Wärmepumpe.

Wärmeverbund ist der Favorit

Doch bei all diesen Systemen ist kein Wärmeverbund möglich. Einen solchen strebt der Gemeinderat jedoch an, weshalb er die Holzschnitzelheizung favorisiert, obwohl die Investitionskosten höher sind als bei einer Öl- oder Gasheizung. Eine solche wäre für rund 170 640 Franken zu haben, für den Anschluss an den Wärmeverbund Holz müsste die Gemeinde 196 145 Franken bezahlen. Die Jahreskosten betragen bei beiden Varianten gut 48 000 Franken. Viel teurer wäre die Wärmpumpe mit Erdsonde: 675 000 Franken für die Investition und 55 000 Franken Jahreskosten.

Für den Wärmeverbund liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die Eigentümer von drei Liegenschaften haben ihr Interesse bekundet, zwei weitere kommen eventuell hinzu. Ein Eigenwirtschaftsbetrieb der Gemeinde soll den Wärmeverbund betreiben. «Wir streben keinen Gewinn an, aber eine schwarze Null», erklärte Hauri. «Die Ressourcen für die Schnitzelheizung liegen im eigenen Wald bereit.» Wertschöpfung in der Region, kurze Transportwege und Unabhängigkeit sind weitere Vorteile.

2016 soll die Heizung laufen

Die Heizzentrale mit zwei Heizkesseln und das Holzsilo würden auf dem Schulareal liegen. Die Totalinvestitionskosten betragen 1,3 Mio. Franken, die Kilowattstunde soll für 15 Rappen abgegeben werden. Geplant ist die Kreditvorlage an der Gemeindeversammlung im November, im Herbst 2016 sollte die Anlage in Betrieb genommen werden können.

Aus dem Publikum kam die Anregung, den Fokus nicht nur auf die Schnitzelheizung zu legen und auch eine Wärmedämmung der Gebäude in Betracht zu ziehen. «Die Sanierung wäre ein Projekt mit ganz andern Dimensionen», antwortete Gemeinderat Markus Hauri. Kürzlich sei eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, welche sich mit der Zukunft der öffentlichen Bauten beschäftige. «Aber jetzt sind wir wegen der gesetzlichen Vorschriften in Zugzwang.»

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