Staffelbach
Der Cowboy aus dem Suhrental

Zweiter Teil der Serie über die Staffelbacher Mühle: Mit René Beyeler hält der Wilde Westen in der Alten Mühle Einzug. Er bietet in seinem Shop alles rund ums Westernreiten an.

Christine Fürst
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René Beyeler ist Kenner der Westernszene und bietet in seinem Laden in der Alten Mühle von Sätteln bis zu Stiefeln alles an.

René Beyeler ist Kenner der Westernszene und bietet in seinem Laden in der Alten Mühle von Sätteln bis zu Stiefeln alles an.

Jiri Reiner

Der Boden aus Tannenriemen knarrt unter den Schuhen. Ein Hauch von Abenteuer liegt in der Luft. Die alten Holzbalken der Staffelbacher Mühle passen perfekt ins Western-Ambiente des «Old West Shop» von René Beyeler. Nach einer längeren Pause ist er zum Westernreiten gekommen. Reiten war schon immer sein Ding.

Serie in 5 Folgen

Rolf Baumann (1/5) ist Besitzer der Mühle und hat im Erdgeschoss einen Showroom für Malerbedarf eingerichtet. Doch neben ihm gibt es vier weitere Mieter, die in der Mühle ihren Beruf ausführen oder ihrem Hobby nachgehen. Sie werden in weiteren vier Folgen vorgestellt. Die alte Staffelbacher Mühle öffnet ihre Tore. (cfü)

Bald hat er jedoch gemerkt, dass es in der Schweiz schwierig ist, gute Ausrüstung zu bekommen. «Das Material, das ich brauchte, habe ich in der Schweiz nur beschränkt gefunden», sagt er. Deshalb hat er vor 21 Jahren in Menziken den «Old West Shop» eröffnet und begann, direkt Ware aus Amerika zu importieren. «Ich habe damit eine Marktlücke gefüllt», sagt er heute. Seit rund acht Jahren ist er in der Staffelbacher Mühle. Mit dem Umzug konnte er auch seine Ladenfläche um rund 60 Prozent vergrössern. Der in Schlossrued wohnhafte Westernreiter fühlt sich sichtlich wohl in seinem Reich im ersten Stock. Er hat im Laden vieles renoviert.
Einkauf in den USA
Im Shop findet der Reiter alles, was sein Herz begehrt. Von Sätteln aus amerikanischen Sattlereien, die Beyeler alle kennt, über Schuhe und Kleidung bis zu Salben und Decken. Jedes Jahr fliegt er in die USA und tätigt dort bei 56 Lieferanten seinen Einkauf. Alles sei Handarbeit. «Den Werkstoff Leder finde ich sensationell, zudem beeindruckt mich in den Sattlereien die Passion für Details», sagt er.

Im Raum neben dem Shop befindet sich Beyelers kleine Werkstatt. In der Mitte thront eine Singer-Nähmaschine, 100 Jahre alt ist sie. Es ist eine Maschine, wie sie von Schustern in früheren Zeiten genutzt wurde, einen Spezialfaden braucht es fürs Zusammennähen des Leders. Beyeler braucht sie, um Sättel, Jacken oder Schuhe zu flicken. «In der Regel gehen meine Artikel aber nicht kaputt», sagt er mit einem verschmitzten Lachen. Für die Reparaturen müsse man handwerklich geschickt sein und man brauche für eine saubere Nadelführung jeweils viel Kraft in den Fingern. Beyeler hat Automaler gelernt und war lange im Maschinenbau tätig. Heute hat er sein Hobby in der alten Staffelbacher Mühle zum Beruf gemacht.

Dann öffnet Beyeler das Tor zu Garage. Hier hat er zwei schwere Motorräder parkiert und einen grossen Verkaufs-Truck. Damit reist er jeweils zu rund 15 Turnieren im Jahr und verkauft vor Ort seine Ware. Und wenn er die Kunden an den Turnieren nicht trifft, dann kommen sie aus der ganzen Schweiz zu ihm in die Alte Mühle in Staffelbach.