«Es tut uns sehr leid», sagt Domenico Baggio, Präsident und Dirigent des Coro Italiano. Er hat keine guten Neuigkeiten zu verkünden: Drei Mitglieder des 24-köpfigen Chores sind im Spital, zwei weitere können aus familiären Gründen nicht an der «Serata» teilnehmen. Dies bedeutet, dass der Aufwand für den Abend in der Turnhalle Teufenthal einfach zu gross wäre. «Wir sind nicht mehr die Jüngsten», meint Baggio. Hinzu kommt, dass sich der Abend finanziell schon seit Jahren nicht mehr lohnt. «Dennoch habe ich mich immer dafür eingesetzt, dass er weiter stattfindet.» Dieses Jahr aber sei es wegen der Ansammlung von ungünstigen Umständen einfach nicht möglich gewesen.

45 Jahre Coro steht vor der Tür

Nächstes Jahr soll die Tradition fortgeführt werden: «Wir setzen alles daran, dass das Konzert 2017 zum 45-Jahr-Jubiläum unseres Chors wieder stattfindet», sagt Baggio. «Wie es nachher aussieht, kann ich noch nicht sagen.» Sei die Turnhalle vor 25 Jahren immer voll besetzt gewesen, kämen heute weniger Leute, erklärt Baggio. Ganz im Gegensatz zum Frühlingskonzert in der Kirche, das ebenfalls zum Standardprogramm gehört. «Die Kirche ist immer bumsvoll», freut sich Domenico Baggio.

Trotz Ausfall keine Krise

Darum wäre es falsch, von einer Krise des Coro Italiano zu sprechen. Im Gegenteil: «Wir sind noch nie so oft aufgetreten wie in diesem Jahr», hält Baggio fest. «Und im Vergleich mit anderen Vereinen sind wir in der glücklichen Lage, dass unsere Bestände normal sind.»

Das hat auch damit zu tun, dass der Coro seit zehn Jahren nicht mehr ausschliesslich aus Italienern besteht. «Ein gutes Drittel sind Schweizer», bestätigt Baggio. «Sie alle haben einen persönlichen Bezug zur Sprache, denn wir singen nur italienische Lieder.»