Energie
Der Bohrer frisst sich zügig in die Tiefe

Im Husmattschulhaus in Gontenschwil wird eine neue Heizung installiert, die mit Erdwärme gespeist wird. Die Ölfeuerung dient nur noch zum Abdecken der Spitzen in extrem kalten Wintertagen.

Peter Siegrist
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Der Bohrer frisst sich zügig in die Tiefe

Der Bohrer frisst sich zügig in die Tiefe

Beim Husmattschulhaus steht in diesen Tagen ein Bohrturm und die Spezialisten der PBS Bohr AG aus Rickenbach bohren die Löcher und installieren die Erdsonden. Gute 200 Meter tief frisst sich der Bohrkopf durch die Moräne in die Tiefe. «Je nach Beschaffenheit des Bodens liegen bis zu 2 Meter Vortrieb in fünf Minuten drin», sagt Projektleiter Beat Eichenberger. Die beiden Bohrhelfer Nikola Sokol und Manfred Kennel fügen bei der schweren Maschine Rohr an Rohr, bis sie die für Gontenschwil berechnete maximale Tiefe von 200 Metern erreicht haben.

Ist das Bohrloch einmal fertig, setzen die Arbeiter die Erdsonde ein, ein U-Rohr, in welchem die Wärmeträgerflüssigkeit zirkuliert. Die Erdsonden werden nachher an eine Wärmepumpe angeschlossen. Das Projekt wird in Gontenschwil von der Firma enercontract AG aus Reinach geplant und begleitet. Die Investition der technischen Anlage und deren Betrieb übernimmt die EWS Energie AG aus Reinach. Der Wynentaler Stromlieferant steigt mit dieser Anlage als Contractor ins Energiegeschäft ein. Für die Gemeinde ist das eine gute Lösung, sie bezieht und bezahlt von der EWS die Wärme, überlässt ihr aber Betrieb und Wartung der Anlage. Rund 90 Prozent des Wärmebedarfs von Schulhaus und Gemeindehaus werden künftig mit Erdwärme gedeckt.

An einer kleinen Feier nach dem ersten Erreichen der 200-Meter-Marke betonte Gemeindeammann Renate Gautschy: «Mit diesem Gemeinschaftswerk von guten Ideen und gutem Willen sorgen wir in unseren Häusern für ein gutes Klima.»