Schöftland

Der Anfang von Ende: Nur eine kantonale Partei unterstützt das Projekt «Hegmatte»

Gegen den Bau eines neuen WSB-Depots auf der Schöftler «Hegmatte» kommt von links und rechts Widerstand.

Gegen den Bau eines neuen WSB-Depots auf der Schöftler «Hegmatte» kommt von links und rechts Widerstand.

SVP, SP und Grüne sind in der Vernehmlassung gegen den Bau eines neuen WSB-Depots in Schöftland. Die FDP ist dafür.

«Aus Sicht der SVP muss zuerst zwingend die Bevölkerung von Schöftland darüber befinden, wie respektive in welche Richtung sich Schöftland entwickeln soll.» Die SVP Aargau redet Klartext in ihrer Stellungnahme zum Mitwirkungsverfahren zur Richtplananpassung in Sachen «Hegmatte»: Die Schöftler Bevölkerung wurde ihrer Meinung nach nicht genügend in das Verfahren eingebunden.

Den «mangelnden Einbezug der kommunalen Bevölkerung» kritisiert auch die Aargauer SP und führt aus, dass vor den Ausarbeitungen der Richtplangeschäfte «die Behandlung des Initiativbegehrens an der Gemeindeverhandlung Schöftland (möglicherweise im Juni 2020) abgewartet werden sollte».
Die Grünen beantragen, dass «eine verbindliche Willensäusserung der Schöftler Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zum vorliegenden Thema erfolgen» möge, bevor der Regierungsrat dem Grossen Rat eine Anpassung des Richtplans zur Beschlussfassung überweist.

Die EDU verlangt die Sistierung der Botschaft durch den Regierungsrat, bis zu einer Abstimmung. Zusätzlich bemängeln SVP, SP und Grüne den Verlust von mehrere Hektaren Fruchtfolgefläche. Einzig die FDP unterstützt die geplanten Richtplananpassungen.

Stoppt der Regierungsrat das Geschäft?

Am Freitag läuft das Mitwirkungsverfahren ab. Die Vernehmlassungen machen klar: Es wird schier unmöglich sein, für das vorliegende Projekt respektive für die dafür notwendige Änderung des Richtplanes, eine Mehrheit im Grossen Rat zu finden. Es ist darum nicht ausgeschlossen, dass der Regierungsrat vorerst keine entsprechende Botschaft an das Parlament ausarbeiten wird.

Darum geht es bei der Richtplanänderung: Die WSB benötigt vergrösserte Bahnanlagen (Depot und Werkstatt) für ihre längeren Zugskomponenten. Der Schöftler Gemeinderat erarbeitete 2017 mit dem Kanton ein Projekt auf der «Hegmatte» (heute Landwirtschaftszone) zwischen Suhre und Suhrentalstrasse. Nach Protest aus der Bevölkerung (eine Petition, zwei Gemeindeinitiativen und ein angenommener Antrag auf BNO-Teiländerung an der Gemeindeversammlung) wurde das Vorhaben überarbeitet.

Auch Bauernverband und Pro Natura sind dagegen

Auch Verbände lehnen überdies die geplante Richtplananpassung ab: «Die vorgeschlagenen Richtplanänderungen sind und bleiben eine Zwängerei», schreibt der Bauernverband Aargau und spricht von einem «kulturlandverschwenderischen Gleisbogen» und von längerfristigem «Verlust wertvoller Fruchtfolgeflächen». Und Pro-Natura-Präsident Matthias Betsche schreibt: «Die vorgeschlagenen Richtplananpassungen lehnen wir ab, da damit unnötigerweise wertvolles Kulturland überbaut würde.»

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