Einen Neuanfang hat Peter Siegrist, Reinach, gewagt und mit seiner ersten Fotoausstellung eindrücklich dokumentiert, wofür sein Herz am stärksten schlägt. Fotos aus Irland, Santorini, Hamburg und der Bretagne stellt er zurzeit in der Galerie Schlössli in Gontenschwil aus und seine Bilder faszinieren auf verschiedenen Ebenen.

Urs Eichenberger liess die Vernissagebesucher an seinen Gedanken zu einigen ausgewählten Fotos teilhaben. Er wies auf die kunstvolle Bildgestaltung oder die exzellente technische Umsetzung hin. «Die Aufteilung in Vordergrund mit der grünen Wiese, dem Meer in der Mitte und dem Himmel als Hintergrund ist perfekt», meinte er zu einem Bild von der Küste Irlands. «Eine Langzeitbeleuchtung lässt in der Strasse sogar Sterne auffunkeln.»

Grosse Beobachtungsgabe

In ihrer Begrüssung attestierte Galeristin Anna-Verena Hoffmann dem Fotografen eine aussergewöhnliche Beobachtungsgabe. «Seine Bilder zeigen ausserdem, dass er ein besonders gutes Gefühl für spannende Momente hat.»

Viele der ausgestellten Bilder beweisen Peter Siegrists technische Versiertheit. Der Elbtunnel in Hamburg ist perfekt ausgeleuchtet, sodass es den Beobachter richtiggehend in die Tiefe zieht. Er spielt aber auch mit Perspektiven: Ein Leuchtturm in der Bretagne ist nur klein zwischen riesig erscheinenden Steinen, die den Bildvordergrund markieren, zu sehen. Kein Wasser weit und breit.

Oft und immer lieber arbeitet Peter Siegrist mit Schwarz-Weiss-Aufnahmen wie bei seinen Bildern aus Santorini, bei welchen Licht und Schatten aus Treppen und Torbögen geometrische Skulpturen formen. «Für solche Aufnahmen muss man sich Zeit lassen und abwarten, bis der Schatten genau am richtigen Ort ist», erklärte der Fotograf.

Doch auch Momentaufnahmen sind zu sehen. So das Brautpaar, das am frühen Morgen den Hamburger Fischmarkt verlässt, sich weder um den Regen noch um den schwarzen, nassen Saum des Hochzeitskleides kümmert.

Peter Siegrists Lieblingsbild ziert auch die Einladung zur Ausstellung. Felsen, die an der irischen Küste aus dem Meer steigen, aufgenommen mit Langzeitbelichtung und Graufilter, mit einer klaren Diagonale und starkem Kontrast. «Die Fotos sollen etwas Aussergewöhnliches zeigen», erklärte Siegrist, «sei es in der Darstellung, dem Bildaufbau oder dem Motiv.» Auch das Foto mit den Wäscheklammern, bei welchem der verschwommene Glockenturm im Hintergrund den Bezug zu Santorini herstellt, vereinigt diesen Anspruch perfekt.

Die Ausstellung ist bis Samstag, 4. April, geöffnet. Angaben zu den Öffnungszeiten unter www.psi-foto.ch