Reinach
«De Schnäggeball esch eifach legendär»

Klassentreffen, Partnerbörse oder in eine andere Rolle schlüpfen – das macht die Fasnacht aus. Zelebriert wird das im Oberwynental seit 24 Jahren am «Schnäggeball» im Reinacher Saalbau.

Ann-Kathrin Amstutz
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Die «Moräneschränzer Zetzwil» bei ihrem Auftritt im Kaffeezelt – das Publikum tanzt auf den Bänken.

Die «Moräneschränzer Zetzwil» bei ihrem Auftritt im Kaffeezelt – das Publikum tanzt auf den Bänken.

Ann-Kathrin Amstutz

Der Countdown auf der Website der «Schnägge Schränzer Rinech» ist abgelaufen. Am Samstagabend um 19 Uhr stehen alle Zähler auf 0: Türöffnung zum «Schnäggeball» im Saalbau – Eintritt ab 18 Jahren.

Auch für den 24. Schnäggeball» bekommt der Saalbau ein neues Gesicht. Gelbe, schwarze und braune Ballone hängen von der Decke. Mit halbierten Baumstämmen ist das Motto an die Wand geschrieben: «Verkeltet». Doch nicht nur Wikinger, sondern auch Indianer, Vampire, Skelette, Affen, Bienen und sogar drei ägyptische Pharaonen bewegen sich auf der Tanzfläche. Christian (40) aus Reinach kommt in der Regel jedes Jahr an den «Schnäggeball»: «Früher war es praktisch ein Klassentreffen, heute ist immerhin noch der harte Kern dabei.»

«Hast du wenigstens weisse Söckli an?»

Weiter ins Kaffeezelt, draussen vor dem Saalbau. Hier steht die zweite Bühne, wo abwechselnd zur Bühne im Saalbau die Guggen auftreten. Plötzlich hält ein Wikinger der Reporterin sein gefährlich aussehendes Beil an die Kehle und brüllt: «Hast du wenigstens weisse Söckli an?» Obwohl sie verneint, lässt er noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Der Wikinger ist in Triengen LU geboren und heisst Philipp. Er liebt die Fasnacht, weil man da «einfach eine Woche lang die Sau rauslassen kann. Egal, wer du bist, du kannst in alle Rollen schlüpfen».

Da kommt Gabi (50) an den Tisch und bringt ihm noch einen «Kafi Zwätschge». Gabi ist seit 14 Jahren Mitglied der «Schnägge Schränzer», und als solches muss sie im Zelt Getränke servieren. Das Fest ist für die ganze Clique mit viel Arbeit verbunden.

Zum ersten Mal am Schnäggeball

Die Unterhaltung wird unterbrochen, weil der Auftritt der «Moräneschränzer Zetzwil» beginnt. Mit dabei auch Fabienne (19) und Daniela (26). Der Zusammenhalt und das Musizieren in der Gugge bedeutet ihnen viel. Und heute ist ein besonderer Auftritt, weil die Zetzbuer zum ersten Mal am «Schnäggeball» auftreten: «De Schnäggeball esch eifach legendär», meint Daniela. Und sie erklären, dass die Fasnacht auch eine erstklassige Partnerbörse ist: «Letztes Jahr habe ich zwei Guggenkollegen verkuppelt», verrät Daniela verschmitzt lächelnd. «Man ist halt einfach lockerer an der Fasnacht.»

Das kann Pierre (27) aus Langenthal bestätigen. Er hat an der Fasnacht seine Frau kennen gelernt. Mittlerweile sind sie acht Jahre zusammen und haben eine einjährige Tochter.

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