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Das Wynental entdeckt die Kreisel: Gleich vier Projekte geplant

Auf der Fahrt von Gränichen nach Reinach durchquert man auf der Hauptachse gerade mal einen Kreisel – doch das wird sich in absehbarer Zeit ändern: Vier Projekte sind derzeit beim Kanton hängig

Rahel Plüss
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Am kommenden Montag starten die Bauarbeiten auf dem Reinacher Lindenplatz. Zuerst wird allerdings der Strassenabschnitt südlich des «Schneggen» saniert.
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Reinacher Hochhaus-Kreisel kommt frühestens 2021.
Böhlerknoten Unterkulm: Baustart nicht vor 2022.
Das Wynental entdeckt die Kreisel

Am kommenden Montag starten die Bauarbeiten auf dem Reinacher Lindenplatz. Zuerst wird allerdings der Strassenabschnitt südlich des «Schneggen» saniert.

Rahel Plüss

Im Stumpenland brauchts einen langen Schnauf. Während andernorts der Verkehr auf Hauptachsen schon seit Jahren im Kreis fährt, stehen die Wynentaler immer noch an Kreuzungen und hoch frequentierten Einmündungen Schlange. Nicht weniger als vier Kreiselprojekte sind derzeit im Tal hängig: auf dem Lindenplatz und beim Hochhausknoten in Reinach, beim Böhlerknoten in Unterkulm und an der Einmündung der von Dürrenäsch kommenden Dorfstrasse in die Wynentalstrasse in Teufenthal. Noch sind die geplanten Kreisel zwar in der Schublade des Kantons – aber nicht mehr ganz so tief unten wie auch schon.

Ein Raunen ging durch den Saal, als der Reinacher Gemeindeammann Martin Heiz an der heurigen Rechnungsgmeind verkündete, man habe sich mit dem Kanton einigen können, es gebe «jetzt doch» einen Kreisel auf der Hochhauskreuzung. Unverkennbar, die Bevölkerung wartet auf ein besseres Verkehrsregime. Zwar gibts in Reinach bereits zwei und in Menziken einen Kreisel, die hochfrequentierten Strassenquerungen sind aber im besten Fall mit einer Ampel bestückt.

Beim Lindenplatz gehts los

Als Erstes wird der Kreisel auf dem Reinacher Lindenplatz realisiert. Dort fahren in den nächsten Tagen die Bagger auf, wie Michael Reinhard von der Abteilung Tiefbau des Kantons Aargau auf Anfrage sagt. Am kommenden Montag gehts los. Wer das einfachere Einmünden von der Pfeffiker- in die Hauptstrasse herbeisehnt, muss sich allerdings in Geduld üben: Zuerst wird der Streckenabschnitt südlich des Restaurants Schneggen (bis Einmündung Winkelstrasse) in Angriff genommen. In einem zweiten Schritt wird die Hauptstrasse zwischen Wynabrücke beim Gasthof Bären und dem «Schneggen» saniert und der Kreisel gebaut. Gleichzeitig werden auch umfangreiche Werkleitungsarbeiten der Gemeinde Reinach durchgeführt. Das dauert. Die Verantwortlichen beim Kanton rechnen Ende 2017 mit einem Ende der Bauarbeiten, der Deckbelag werde gar erst 2018 eingebaut.

Sehr viel Geduld ist auch bei der Hochhauskreuzung gefragt. Von einem frühestmöglichen Baustart im Jahr 2021 ist die Rede, obschon eine erste Vorstudie abgeschlossen ist, wie Reinhard eine Meldung des Wynentaler Blatts bestätigt. Bis dahin gebe es noch viel zu tun: «Auf Basis der Vorstudie wird als Nächstes das Vorprojekt erarbeitet», führt Reinhard auf Anfrage der az das Vorhaben weiter aus. In dieser Phase werde die Knotengeometrie – Form und Lage des Kreisels – und damit der notwendige Platzbedarf ermittelt. Es sei nicht ausgeschlossen, dass der Kanton noch Land erwerben müsse. Erst danach könne das Bauprojekt mit Kostenvoranschlag erarbeitet werden.

Knacknüsse sind der nahe Bahnübergang der Wynen- und Suhrentalbahn WSB und die Zufahrt zur Migros. Beides habe einen grossen Einfluss auf die Verkehrssituation des Hochhausknotens und mache das Verkehrsregime komplex. Eine Lichtsignalanlage, die den Verkehr im Kreisel während geschlossener Bahnschranken regelt, werde unverzichtbar sein.

«Herbergekreisel» auf gutem Weg

Weit fortgeschritten ist das Projekt «Herbergekreisel» in Teufenthal. Nachdem die Bevölkerung das Vorhaben bereits zweimal (in den Jahren 2004 und 2008) bachab geschickt hatte, lag dieses Frühjahr ein drittes, überarbeitetes Projekt öffentlich auf. Der Beitragssatz für die Gemeinde hatte sich verkleinert, der Bedarf an Land von Privaten geschmälert, weil der Kanton das ehemalige Postareal südlich des Knotens gekauft hatte. Aktuell sind gegen das Projekt noch zwei Einwendungen hängig. Die Abteilung Tiefbau gibt sich deshalb vorsichtig optimistisch: «Je nach Verlauf der Einwendungsverhandlungen kann 2018 mit den Bauarbeiten begonnen werden», so Projektleiter Alex Joss von der Abteilung Tiefbau.

Knacknuss Böhlerknoten

Noch weit von einer Realisierung entfernt ist man beim Böhlerknoten in Unterkulm. Ähnlich wie beim Reinacher Hochhausknoten kompliziert sich die Verkehrssituation durch die WSB, die den Knoten kreuzt. Eine verkehrs- und sicherheitstechnische Herausforderung ist aber nicht nur das Projekt selbst, sondern auch die Planung der Baustelle. Schliesslich soll der Verkehr auch während der Bauphase so wenig wie möglich gestört werden. Auch benötigen gewisse Bauetappen zusätzliche bauliche Massnahmen, die vorgängig zu prüfen sind. Bevor das Projekt öffentlich aufgelegt werden kann, muss der Kredit vom Grossen Rat genehmigt werden. Gemäss Planungshorizont des Kantons kann frühestens 2022 mit einem Baustart gerechnet werden.