Kirchleerau

Das Wahrzeichen soll wieder auferstehen: Verschönerer planen Windrad

Marcel Barrer hat die Quelle gefunden und das Sidlerbrünneli fachmännisch saniert.

Marcel Barrer hat die Quelle gefunden und das Sidlerbrünneli fachmännisch saniert.

Der Verschönerungsverein (VVK) ist aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Mit neuem Elan geht der Verein wieder Projekte an. Allen voran Bauchef Marcel Barrer, der dieses Jahr sein Hauptwerk, das Sidlerbrünneli im Wald im nördlichen Teil des Dorfes, gebaut hat.

Wenige Mitglieder, betagte Mitglieder. Das Schicksal zahlreicher Vereine. In Kirchleerau, beim Verschönerungsverein, ist, nachdem vor drei Jahren dessen Auflösung diskutiert worden ist, ein neuer Elan spürbar. So hat der Verein beim Turnfest mitgemacht, und geplant ist eine Aktion mit der Schule: Nistkästen bauen.

Was der Verein mit aktuell 23 Aktivmitgliedern dieses Jahr geleistet hat, allen voran der Bauchef Marcel Barrer, lässt sich sehen. Barrer, 72, ehemals Autoelektriker, ist häufig unterwegs in Kirchleerau, zu Fuss und mit dem Velo.

Er hat den Blick für die Mängel, aber auch jenen für schöne Ausblicke, wo man ein Bänklein hinstellen könnte: Jurablick, Talblick, Alpenblick. Und er wird gelobt für seine Arbeit. «Lieber hätte ich, wenn die Leute auch mitarbeiten würden», sagt er, «es müssen nicht nur Pensionierte sein.» 2016 hat er bereits 347 Stunden für den VVK gearbeitet.

Der Macher des Vereins

Sein Hauptwerk dieses Jahr: das Sidlerbrünneli im Wald im nördlichen Teil des Dorfes. Er hat die Wasserquelle gefunden und das Brünneli fachmännisch saniert. Mit Tisch und Bänkli und neuer Feuerstelle lädt es zum Verweilen.

Marcel ist der «Macher» des Vereins, wie Präsident Rolf Baumann sagt. Ohne ihn, der die Gegend wohl wie kein Zweiter kennt, liefe kaum etwas. «Ich wollte gar nicht in den Verein, schon gar nicht in den Vorstand, sondern einfach mithelfen», sagt Marcel Barrer.
Nun bildet er mit dem Präsidenten und dem Kassier den Vorstand. Und den Antreiber, Planer, Motivator: «Einfache Leute haben die Arche gebaut, Fachmänner die Titanic.»

Der Verein unterhält 24 Bänklein auf dem Gemeindegebiet. Wenn sie von Farn und Brombeeren eingewachsen sind, muss gerodet werden. Reinigen, neu anstreichen, sind weitere Arbeiten, und manchmal werden sie umplatziert. Marcel Barrer möchte die Vereinsmitglieder etwas mehr in die Pflicht nehmen. Beispielsweise als Bänkli-Götti, der zu «seinem» Bänkli schaut.

Am 17. September hat der Verein als letzte Aktion des Jahres die rund 50 Nistkästen gereinigt, damit im Frühling wieder Vögel einziehen können. «Da, ein Siebenschläfer im Nistkasten», sagt Rolf Baumann und zeigt ein Foto. Eine solche Zwischennutzung komme häufig vor.

20 Personen haben am Vormittag die Nistkästen geputzt; am Mittag fand die offizielle Eröffnung des Sidlerbrünnelis statt. Mit geladenen Gästen wie Sponsoren und Gemeinderat. Fürs Material kann der Verein auf grosszügige Sponsoren zählen, seis Beton, Holz, Metallteile, Steinplatten oder Kies. Auch das Bauamt hilft wenn nötig mit Maschinen und Manpower aus.

«Wahrzeichen» soll auferstehen

Zur Arbeit des Verschönerungsvereins gehört auch die Pflege der Wege auf Gemeindegebiet. Vor allem die Waldwege wollen von Zeit zu Zeit freigemacht werden: Sträucher zurückschneiden, Gras und Farn mähen. Marcel Barrer baut bei Bedarf auch Stufen ein, versieht die Wege mit Kies. Überfällig sei die Renovation des Jägerbrünnelis: mal ausgetrocknet, mal Sumpf. Die Arbeit geht nicht aus.

Nächstes Jahr soll ein ehemaliges «Wahrzeichen» von Kirchleerau wieder auferstehen: ein Windrad auf dem Vordernack, wo einst ein keltisches Refugium gestanden haben soll. «Ich lebe seit 40 Jahren hier und kann mich noch daran erinnern», sagt Marcel Barrer. «Vielleicht liegts an dieser Erinnerung, dass viele Leute in Kirchleerau dem Windpark auf Gemeindegebiet positiv gesinnt sind», mutmasst Rolf Baumann.

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