Unterkulm
Das Schulhausdach soll nun doch eine Solaranlage erhalten

Das Dach des Schulhauses Färberacker soll nun doch für eine Photovoltaikanlage genutzt werden. Für Bau und den Betrieb der Anlage werden Genossenschafter gesucht. Der Ertrag soll dem Strombedarf von 15 Einfamilienhäusern entsprechen.

Rahel Plüss
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Zusammen mit der Gebäudesanierung soll auf dem Dach des Schulhauses Färberacker I (l.) eine Solarenergieanlage installiert werden.

Zusammen mit der Gebäudesanierung soll auf dem Dach des Schulhauses Färberacker I (l.) eine Solarenergieanlage installiert werden.

Rahel Plüss
Bruno Kyburz, Präsident Energiekommission Unterkulm: «Das KWC-Areal wird 2000-Watt-kompatibel erstellt – da wollen wir als Gemeinde doch nicht hinten anstehen.»

Bruno Kyburz, Präsident Energiekommission Unterkulm: «Das KWC-Areal wird 2000-Watt-kompatibel erstellt – da wollen wir als Gemeinde doch nicht hinten anstehen.»

Rahel Plüss

Die Dachfläche bot sich für ein solches Vorhaben wieder an, nachdem die dort geplante solare Brauchwasseranlage dem Sparhammer zum Opfer gefallen war. Die Sanierung und Aufwertung des Schulhauses Färberacker wurde 2013 nämlich vom Souverän bachab geschickt, nachdem gegen den von der Gemeindeversammlung gefassten Beschluss erfolgreich das Referendum ergriffen worden war. Das Projekt musste redimensioniert werden. Die abgespeckte Vorlage wurde von der Gmeind vor Jahresfrist genehmigt, eine Nutzung des Daches war nicht mehr Bestandteil.

In der Folge liess der Gemeinderat prüfen, ob das Dach nicht durch Dritte genutzt werden könnte. Er beauftragte die Energiekommission, ein Konzept für eine Solarenergienutzung auszuarbeiten und anschliessend die Realisierung an die Hand zu nehmen. Bedingung war, dass für die Gemeinde durch die Solarenergieanlage keine Kosten entstehen und die erzeugte Energie ins Stromnetz eingespeist wird.

Nun ist das Resultat spruchreif: Für das Erstellen und den Betrieb der Anlage soll eine Genossenschaft gegründet werden. Die politische Gemeinde beabsichtigt vorerst nicht, als Genossenschafterin aufzutreten. Dafür stellt sie das Dach zur Verfügung. «Das ist der Beitrag der Gemeinde an das Projekt», sagt Kyburz.

Eine Stimme pro Genossenschafter

Jetzt werden Genossenschafter gesucht. Das Konzept sieht vor, dass sich Private sowie kleinere und mittlere Unternehmen von nah und fern, oder «Krethi und Plethi», wie Kyburz sagt, mittels Anteilscheinen à 1000 Franken an der Anlage beteiligen können. Die Statuten wurden aufgesetzt und vom Handelsregisteramt genehmigt. Sie sind auf der Website der Gemeinde einsehbar. Sie besagen unter anderem, dass jedes Genossenschaftsmitglied eine Stimme erhält, egal wie viele Anteilscheine jemand zeichnet.

Eine erste Anlage, die auf dem Dach des Schulhauses Färberacker I geplant ist, soll einen Ertrag von 67 000 kWh liefern. Das entspricht dem Energiebedarf von 15 Einfamilienhäusern oder einer CO2-Einsparung von 36 100 Kilogramm gegenüber nicht erneuerbarer Energie. Die gesamten Investitionskosten belaufen sich auf 100 000 bis 120 000 Franken. Eine Investition, die sich in den Augen von Bruno Kyburz lohnt. Nicht in erster Linie bezüglich Rendite, obschon das durchaus später auch Thema werden könne, sondern vielmehr im Sinne einer guten Sache. «Das Projekt ist zukunftsweisend», sagt der Präsident der Energiekommission. «Alle reden von der Energiewende, wir machen etwas.» Eine Vorreiterrolle habe im Dorf das Bauprojekt auf dem ehemaligen KWC-Areal, das 2000-Watt-kompatibel erstellt werde. «Da wollen wir als Gemeinde doch nicht hinten anstehen.»

Der Zeitplan ist straff. Die Gründung der Genossenschaft hat zügig zu erfolgen, denn die Realisierung der Solarenergieanlage ist zeitlich an die Schulhausrenovation gebunden. Schliesslich sollen Vorbereitungsarbeiten wie die Dachanschlüsse oder die Anbindung an die Trafostation in einem Aufwisch erledigt werden.

Informationsveranstaltung: Heute Dienstagabend, 20 Uhr, Gemeindehaus Unterkulm. Für alle Interessierten.

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