Netzabdeckung
Das Ruedertal soll eine zweite Mobilfunk-Antenne bekommen

Fünfzehn Jahre nach der ersten mobilen Funkverbindung soll nun das Netz mit einer Antenne in Schlossrued verbessert werden.

Sabine Kuster
Merken
Drucken
Teilen
In Schmiedrued am Waldrand steht die erste Antenne des Tals. Sie konnte im Jahr 2000 erst nach einem vier Jahre andauernden Streit errichtet werden.

In Schmiedrued am Waldrand steht die erste Antenne des Tals. Sie konnte im Jahr 2000 erst nach einem vier Jahre andauernden Streit errichtet werden.

Sandra Ardizzone

Wer im Ruedertal mit dem Handy telefonieren will, muss erstens Abonnent der Swisscom sein und zweitens an einem günstigen Ort stehen. Die Netzabdeckung ist nicht besonders dicht – und das seit dem Jahr 2000.

Damals konnte die Swisscom nach einem vier Jahre langen Streit gegen eine Einsprecherin die erste Antenne im Tal errichten. Die Schmiedruederin kämpfte bis Verwaltungsgericht gegen die Antenne am Waldrand, aus Natur-, Heimatschutz und Strahlenbelastungsgründen. Im Jahr 2000 verkaufte sie aber das Haus und zog weg, womit sie nicht mehr beschwerdeberechtigt war und die Baubewilligung gültig wurde.

Besseres Netz ist grösste Sorge

Eine solche Geschichte ist im Ruedertal nicht mehr zu erwarten. Der Mobilfunkanbieter Salt, vormals Orange, plant, in der Gemeinde Schlossrued eine zweite Antenne zu erstellen.

Diese Woche lud der Gemeinderat deswegen zum Informationsabend. Zwanzig Personen erschienen und stellten laut Gemeindeammann Martin Goldenberger vor allem technische Fragen.

Nur eine Person äusserte nach der offiziellen Runde Bedenken. «Die meisten haben inzwischen ein Handy», sagt Martin Goldenberger, «die Leute wollen hier vor allem ein besseres Netz.»

Die Anwesenden wollten wissen, ob sich dann vielleicht ein Wechsel zu Salt lohnen würde, da der Empfang der Antenne aus Schmiedrued nicht immer gut ist. «Wir werden abklären, ob die Swisscom auch gleich eine Antenne bauen oder die Antenne von Salt mit benutzen kann», sagt Goldenberger.

Die geplante Antenne soll im Dorfkern errichtet werden. Elf Liegenschaftsbesitzer hat Salt dazu angeschrieben. Die Antworten stehen noch aus. Auch die Gemeinde wurde angefragt.

Der Gemeinderat werde nun drei bis vier der geeignetsten Standorte auswählen und dies Salt mitteilen, sagt der Gemeindeammann. Danach werden Messungen durchgeführt und mit den Liegenschaftsbesitzern verhandelt.

Pro Jahr bringt eine solche Antenne 6000 bis 8000 Franken Miete ein. Die Strahlung ist allerdings nicht unter dem Standort selbst, sondern in den angrenzenden Liegenschaften am grössten.