Schlossrued
Das revidierte Schutzzonenreglement der Gemeinde Kirchrued birgt Konflikte

Die Gemeinde stellt am Info-Abend das revidierte Schutzzonenreglement für die Grundwasserfassung Kirchrued vor. Doch die Neuerungen freuten sich nicht alle Anwohner.

Peter Siegrist
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Gemeindeammann Martin Goldenberger (l.) und Gemeinderat Gotthold Müller informieren.

Gemeindeammann Martin Goldenberger (l.) und Gemeinderat Gotthold Müller informieren.

Peter Siegrist

Trinkwasser soll geschützt werden, und es soll möglichst unaufbereitet genutzt werden können. Da waren sich an der Informationsveranstaltung der Gemeinde alle einig.

Probleme tauchen erst auf, wenn etwa Leute, die in der äusseren Schutzzone wohnen oder Land haben, mit den zusätzlichen Vorschriften konfrontiert und zum Teil massiv eingeschränkt werden.

Gemeinderat Gotthold Müller erläuterte den rund 20 Besuchern Aufbau und Inhalt des neuen Schutzzonen-Reglements. Die Gemeindebehörde verfügt zwar letztlich dieses Reglement, aber frei gestalten kann sie es nicht.

Sechs Bundesgesetze, drei Kantonsgesetze und neun Wegleitungen, Richtlinien und Normen liegen dem Reglement zugrunde.

Die Grundwasserfassung Kirchrued liegt östlich der Kirche Rued zwischen der Kantonsstrasse und einem Wohngebiet. Müller zeigte auf, wie aufgrund von Messungen im Grundwasserstrom die drei Schutzzonen festgelegt wurden.

Schutzzone 1 (Fassungsbereich), eingezäunt, Zone 2 engere Schutzzone und Zone 3, «weitere Schutzzone». Für jede Zone gelten besondere Vorschriften, was das Bauen betrifft, ebenso ist festgelegt, wie Landwirte die Flächen noch bewirtschaften dürfen und welche Art von Material gelagert werden darf.

Zu Konflikten mit Anwohnern, das hat sich an der Versammlung gezeigt, kommt es dann, wenn eine Liegenschaft in der Schutzzone 3 liegt (2 und 1 sind unbebaut). Hier gelten für Leitungen besondere Vorschriften, und Dichtigkeitsprüfungen sind obligatorisch.

Einschränkend sind die Bauvorschriften. In Schlossrued trifft es eine Familie besonders, weil ihre Liegenschaft in der Zone 3 liegt und an die engere Zone grenzt.

Ihren gewünschter Anbau werden sie nicht realisieren können, weil dieses Projekt nicht bewilligt werden könnte. Aber auch für den Bau von Werkleitungen durch die Gemeinde gelten in diesen Zonen besondere Vorschriften. Ronni Hilfiker vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt hielt den auch klar fest: «Der Schutz des Trinkwassers steht immer über Privatinteressen.»

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