Hierzulande wird es immer schwieriger, Jugendliche für eine Lehre zu gewinnen, da sich viele Schüler für eine akademische Laufbahn entscheiden oder ausserhalb der Region arbeiten», sagt Herbert Huber, Geschäftsführer von aargauSüd impuls.

Nun reagiert der Gemeindeverband auf diese Problematik: Er hat eine Projektgruppe beauftragt, welche die effiziente Rekrutierung von Lernenden fördern soll. «Das Ziel ist es, junge Schulabgänger abzuholen und für eine Berufslehre in der Region zu motivieren», sagt Huber. Damit will man erreichen, dass die Jugendlichen vermehrt in der Region bleiben und da ihre Lehre abschliessen, statt in den umliegenden Städten zu arbeiten oder zu studieren.

Die Arbeitsgruppe hat sich bereits mit Vertretern aus Schule und Gewerbe getroffen und zieht eine erste positive Bilanz: «Ich bin begeistert, wie offen Gewerbevereine und Schulen auf das Projekt ‹Wirtschaft trifft Schule› reagieren und nicht gleich von zusätzlichen Aufgaben abgeschreckt sind», sagt Huber.

Christian Gantenbein, Schulleiter der Kreissschule Homberg, ist überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. «Das Projekt hat meine volle Unterstützung», sagt der Schulleiter. Für die Oberstüfler sei es wichtig, dass sie passende Lehrstellen finden. «Mit dem Projekt von aargauSüd impuls werden sie dabei unterstützt und bleiben gleichzeitig in der Region. Das sind zwei Fliegen, die man mit einer Klappe schlägt», sagt er.

Gewerbe-Türen werden geöffnet

Adrian Meier, Vorstandsmitglied des Handwerker- und Gewerbevereins Oberwynental, betrachtet das Projekt ebenfalls als notwendig: «Der Lehrlingsmangel in der Region verschärft sich zunehmend und ist ein massives Problem», sagt der Reinacher.

Verschiedene Aktionen sollen nun im Rahmen des Projektes den Austausch zwischen Schule und Gewerbe fördern. Konkret geplant ist noch nichts, Ideen sind jedoch bereits vorhanden. Mit einem «Tag der offenen Tür» wolle man den Schülern einen hautnahen Einblick in die zahlreichen Gewerbe der Region ermöglichen. «So können sie sich eine Vorstellung davon machen, was ein Metzger oder ein Handwerker überhaupt macht», sagt Grossrat Adrian Meier.

Ein einziger Tag reiche jedoch noch nicht, um die Schüler für einen Beruf zu gewinnen, ist Meier überzeugt. Um längerfristig eine Wirkung zu erzielen, müsse man beispielsweise zusätzlich Elternabende organisieren, damit die Eltern für die Thematik sensibilisiert werden und mit ihren Kindern die Berufsmöglichkeiten besprechen.

Einig sind sich alle Projektbeteiligten in der Ansicht, dass der Übertritt in eine Berufslehre eine Verbundsaufgabe werden müsse. «Eine einzelne Gemeinde kann nicht viel erreichen», sagt Herbert Huber. «Es ist die Aufgabe von uns als regionalen Verband, etwas zu unternehmen. Wir können nicht nur zuschauen, sondern müssen handeln, um wieder vermehrt Jugendliche für eine Lehre zu begeistern», sagt er.