Reinach
Das Projekt «ElternAlltag» zu Erziehungsfragen soll fortgesetzt werden

Gegen 40 Personen hatten sich am 30. August an der Startveranstaltung fürs Mitmachen beim Projekt «ElternAlltag» angemeldet. Am vergangenen Mittwochabend trafen sich zwei Dutzend Personen, darunter eine Handvoll Väter, zum Erfahrungsaustausch.

Peter Weingartner
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Das Projekt «ElternAlltag» soll fortgesetzt werden.

Das Projekt «ElternAlltag» soll fortgesetzt werden.

AZ

Monika Graf von der Suchtprävention Aargau, die solche Projekte anstösst und mitfinanziert, zeigte sich sehr zufrieden: Fünf Gruppen, neben drei deutschsprachigen auch je eine albanische und eine türkische, allesamt bestehend aus Eltern von Kindern in der Oberstufe, hatten sich an je drei Abenden mit den Themen «Suchtmittel», «Ausgang» und «Gamen» auseinandergesetzt. Die Plakate, die dabei entstanden, zierten die Wände des Saales im Schulhaus Breite.

Schlüsselpersonen wichtig

Um fremdsprachige Eltern ins Boot zu holen, hätten sich die Schlüsselpersonen aus dem betreffenden Kulturkreis als sehr wichtig erwiesen. «Nur mit vor Ort vernetzten Leuten können wir breitere Schichten erreichen», sagt Monika Graf. Die Schlüsselpersonen leiteten denn auch die Zusammenkünfte in Räumen, die die Schule zur Verfügung stellte.

Am Schlussabend ging es darum, die Essenz der drei Abende herauszuarbeiten. Welche Erziehungstipps haben die anderen Gruppen herausgefunden? Die aufgehängten Gruppenergebnisse boten beim Lesen reichlich Diskussionsstoff, wenngleich die Unterschiede weniger im Inhalt als in den Formulierungen oder im Konkretheitsgrad lagen.

Drei wichtigste Tipps

In Gruppen versuchte man sich nun auf drei Top-Erziehungstipps zu einigen. Die konkreten Tipps kreisten um die drei Kernthemen Gespräch, Regeln, Vertrauen. Die Gruppen hatten mit dem Buch «Jugendliche kompetent erziehen», einem interaktiven Elterncoach mit Filmen zu fünf Themen, der im Verlag Huber erschienen ist, gearbeitet. Monika Graf schlug von den Tipps den Bogen zu den drei Eckpfeilern eines autoritativen Erziehungsstils: Liebe (Gespräch), Grenzen (Regeln) und Freiräume (Vertrauen). Dominik Egloff, Schulsozialarbeiter in Reinach und Mitglied der kommunalen Präventionskommission stellte in Aussicht, dass auch im nächsten Jahr wieder Gelegenheit ist, in Elterngruppen Erziehungsthemen zu diskutieren, und zwar auf allen Stufen: Vorschule, Primarschule, Oberstufe. Die Anmeldung erfolgt via Schule.

Interesse ist da

Fünf Personen zeigen Interesse, gleich weiter zu machen und die Themen «Gewalt und Mobbing auf dem Schulhausplatz» und «Freiheit in Grenzen» anzugehen. Unter ihnen ist auch Isabell Landolfo aus Birrwil. Sie ist begeistert: «Man müsste das als Standard für alle Eltern anbieten.» Praktische Impulse, nahe beim Alltag, anwendbar. Sie nimmt konkrete Tipps mit nach Hause: klare Regeln aufstellen, Vertrauen haben. In den Filmen habe sie sich teilweise auch selber gesehen, gesteht sie, beispielsweise beim Ausrasten. Sie habe gelernt, wie man es besser machen könne.

Vertrauen in Leo

«Morgen darf mein 12-jähriger Sohn Leo erstmals allein mit einem Kollegen nach Aarau», sagt Isabell Landolfo. Aber um 17 Uhr müsse er zu Hause sein, sonst werde der PC-Konsum um eine Stunde gekürzt. Vertrauen, Regeln. Auch nimmt sie die Bedeutung des Gesprächs mit, und das nicht nur bei Schwierigkeiten. Alle Teilnehmer haben für sich einen Zettel ausgefüllt: Was setze ich morgen gleich um. Das müsse nichts Gewaltiges oder Spektakuläres sein, sagt Monika Graf. Vielleicht ein ausgesprochenes Lob?