Oberwynental
Das Projekt einer gemeinsamen Kreisschule verzögert sich

Die Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental sollen zusammengelegt werden. Das Projekt «Schaffung einer Kreisschule» ist nun aber nicht nach Plan gestartet – und das hat Gründe.

Rahel Plüss
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Auf dem Pausenplatz der Bezirksschule Reinach beim Neumattschulhaus erholen und vergnügen sich die Schüler in der Pause. (Archiv)

Auf dem Pausenplatz der Bezirksschule Reinach beim Neumattschulhaus erholen und vergnügen sich die Schüler in der Pause. (Archiv)

Peter Siegrist

Der politische Wille ist da, die Schullandschaft im Wynental auf die Zukunft vorzubereiten. Das haben die neun Gemeinden, die am Projekt «Schaffung einer Kreisschule» beteiligt sind, Anfang Jahr klar signalisiert.

Beim Projekt geht es darum, dass die Kreisschulen Homberg und Mittleres Wynental unter einer gemeinsamen Führung zusammengelegt werden. Es geht aber um mehr, als nur um die frühzeitige Umsetzung der kantonalen Richtlinien, wonach jede Oberstufe ab Schuljahr 2021/22 in mindestens sechs Abteilungen zu führen ist, sondern um die «Gestaltung eines Bildungsraums, bevor uns einer übergestülpt wird», wie Projektleiterin Renate Gautschy, Gontenschwil, zum Start der Mitwirkung im Dezember sagte (az vom 4. Dezember 2014).

Das Projekt, angestossen durch den Gemeindeverband aargauSüd impuls, sollte eigentlich nach der Vernehmlassung durch die Gemeinden im Januar starten. Doch es gab Verzögerungen. «Wir wurden überrascht, wie viele Leute an der Mitgestaltung des Prozesses interessiert sind», so Gautschy. Diesem Interesse, aber auch den vielen Fragen und Ängsten, die in der Zwischenzeit laut geworden seien, wolle man Rechnung tragen. Deshalb hat die Steuergruppe vergangene Woche zu einem Informationsanlass für Lehrpersonen eingeladen. Dort sollten nicht nur Fragen geklärt, sondern auch Anliegen aus den Schulen aufgenommen werden. Gegen 150 Lehrkräfte und Personen aus dem Schulumfeld nahmen an der Veranstaltung teil.

Die Schule braucht Ruhe

«Eines unserer Hauptanliegen war, Verständnis für das Projekt und den Prozess, aber auch für einander zu schaffen», so die Projektleiterin. Denn die Zusammenlegung der beiden Kreisschulen sei zwar auf der strategischen Ebene lanciert, die konkrete Umsetzung aber noch völlig offen. Das verunsichere die Lehrpersonen.

Gemäss Gautschy hat die Infoveranstaltung klar zum Ausdruck gebracht, dass sich die Schule, die seit zwölf Jahren ständigen Veränderungen unterworfen ist, vor allem nach einem sehnt: nach Ruhe. «Die Lehrerschaft bekundete ganz klar das Bedürfnis, auf Basis der jetzt aufgebauten Projekte in die Zukunft gehen zu wollen.» Zentrales Anliegen sei den Lehrpersonen auch, nicht zu stark durch diesen Prozess absorbiert zu werden, sondern sich um ihre Hauptaufgabe, das Unterrichten, kümmern zu können. Dennoch ist für Gautschy klar: «Wenn es um die Umsetzung auf der operativen Ebene geht, sind die Pädagogen die Fachpersonen.»

Kick-off-Sitzung Ende April

Der neue Termin für die Kick-off-Sitzung ist am 27. April. In fünf Projektgruppen werden nun zuhanden der Steuergruppe Entwürfe ausgearbeitet. Während die Finanzen und der künftige Auftritt in zwei Arbeitsgruppen vornehmlich von Experten erledigt werden, beschäftigen sich drei Teilprojektgruppen mit den Entwicklungsaufgaben.

Es geht um die Bestimmung der Führungsorgane sowie deren Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, der Vereinheitlichung der Administrations- und Schulverwaltungsprozesse und das Festlegen pädagogischer Inhalte und Strategien. Oder wie Renate Gautschy sagt: «Um die Pfeiler, die es braucht, um das Dach zu tragen unter dem nachher gearbeitet werden kann.» Im Januar 2016 soll ein Schlussbericht, inklusive Satzungen vorliegen.