Reinach
Das Ortszentrum ist eine sensible Zone

Eine Studie zeigt auf, was ist, wenn im Moos ein weiteres Einkaufszentrum gebaut wird. Am Ortszentrum müsse gearbeitet werden, damit dieses mit neuen Angeboten attraktiv werde.

Peter Siegrist
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47 Prozent der Verkaufsfläche in Reinach sind im Zentrum. psi

47 Prozent der Verkaufsfläche in Reinach sind im Zentrum. psi

Der Gemeindeverband aargauSüd impuls stellt am Mittwoch, 12. Januar, 20 Uhr im Reinacher Saalbau die Studie «Versorgungssituation im Oberen Wynental» der Öffentlichkeit vor. Nachdem vor einem Jahr die Absicht bekannt geworden war, dass im Norden Reinachs, im Moos, ein Einkaufszentrum geplant wird (Moospark), hat der damalige Regionalplanungsverband Wynental die Firma Interurban Nutzungsmanagement in Zürich beauftragt, die Versorgungssituation im Detail zu untersuchen.

Es geht darum, erstens die heutige Situation zu klären und zweitens zu erfahren, was sich in Reinach an der Versorgungssituation ändert, wenn sich plötzlich ein Grossverteiler – die Studie spricht von der Migros – am Dorfrand installieren würde.

Einkaufsort Reinach kann wachsen

Reinach dominiert heute beim Detailhandelsumsatz im Wynental, hier werden 63 Prozent davon oder 170 Mio. Franken erwirtschaftet. Allerdings liege die Verkaufsfläche in Reinach, so die Studie, 15 Prozent unter dem schweizerischen Schnitt: 34 000 m2 statt 48 000 m2. Daraus folgern die Planer, dass die Versorgungsleistung verstärkt werden soll, «Reinach ist ein wichtiger Ort mit Entwicklungspotenzial, um die Prosperität und Zugehörigkeit im Wynental auszulösen.»

Moospark verschiebt Kundenstrom

Die Studie zeigt, dass heute im Zentrum 55 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, in Reinach Nord 26 Prozent und im Moos 19 Prozent. Im Ganzen wirken 52 Detailhändler im Zentrum.

Drei Annahmen haben die Planer als Grundlage für die Zukunft gesetzt: Im Moos wird ein neues Einkaufszentrum realisiert, die Migros zieht vom Norden ins Moos und das Angebot im Zentrum bleibt konstant. In einem «Zahlenspiel» werden Kundenfrequenz und Umsatz verglichen und die Folgen aufgezeigt. Der Umsatzanteil würde im Zentrum von 55 Prozent auf 40 Prozent sinken, im Norden von 26 auf 9 Prozent und im Moos hingegen würde er von 19 Prozent auf 51 Prozent steigen.

Die Planer folgern daraus, dass «grösste Sorge auf die Wechselwirkungen zwischen dem Ortszentrum und dem neuen Einkaufszentrum gelegt werden müsste», sonst seien schädigende Konkurrenzsituationen vorprogrammiert.

Ein Nebeneinander ist denkbar

Deshalb müsse am Ortszentrum «gearbeitet» werden, damit dieses mit neuen Angeboten attraktiv werde. Dann sei denkbar, dass beide, Ortszentrum und Einkaufszentrum, ein Nebeneinander fänden. Die Studie zeigt nebst dem Status quo das Potenzial und die Risiken in der Entwicklung auf, falls ein Einkaufszentrum gebaut würde.

Das Wynental definiere sich als ländlicher Raum, so die Studie, mit neun Kleingemeinden und drei Grossgemeinden (Reinach, Unterkulm und Menziken). Dabei sei heute Reinach der «unangefochtene Versorgungsschwerpunkt». Zum Versorgungsgebiet oberes Wynental (von Burg bis Teufenthal plus Beinwil am See und Birrwil) zählen die Planer auch die Luzerner Gemeinden Rickenbach und Beromünster und im Seetal Boniswil. In der Region wohnen 37700 Menschen, es hat aber lediglich 13400 Arbeitsplätze. Damit ist die Beschäftigungsintensität tief: 31 Arbeitsplätze auf 100 Personen, im schweizerischen Schnitt sind es 51. Viele arbeiten auswärts und die Region sei «wohnorientiert».

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