Menziken

Das Mutterschiff hat Kultur geladen

Die Tore des Mutterschiffs – von den Organisatoren liebevoll «Mutti» genannt – stehen allen offen.

Die Tore des Mutterschiffs – von den Organisatoren liebevoll «Mutti» genannt – stehen allen offen.

Zum 13. Mal versorgt das Open Air das obere Wynental mit musikalischen Highlights.

Das Menziker Open Air Mutterschiff bleibt allein schon wegen seines auffälligen Namens im Gedächtnis. Entstanden ist die Bezeichnung aus einem Jux, das ideelle Vorbild des Mutterschiffs war die Arche Noah, wie Organisatorin Jacqueline von Arx verrät. Während die Arche in der Bibel die Menschheit vor dem Aussterben rettet, hat das Mutterschiff eine ähnlich wichtige Aufgabe: Es steht als musikalische Arche in der kulturellen Dürre des oberen Wynentals.

Der Name ist beim Mutterschiff Programm, das nautische Thema zieht sich jedes Jahr durch das ganze Open Air. «Seit letztem Jahr haben wir auch einen Leuchtturm», sagt von Arx. Wie bei der Arche wurde auch dem Konzept des Mutterschiffs anfangs nicht nur Verständnis entgegengebracht. Vor 13 Jahren wurde das Open Air zum ersten Mal durchgeführt, einigen Leuten in Menziken war es zu laut. «Das Open Air findet mitten im Dorf statt, es gab Reklamationen wegen des Lärms», sagt von Arx. Doch das Mutterschiff ging deswegen nicht unter. Ab dem dritten Jahr konnte es auf die Unterstützung des Kantons zählen, auch die Gemeinde hat es mit einem Preis belohnt. Heute ist das Mutterschiff-Team ein anerkannter Verein der Gemeinde.

Die Tore des Mutterschiffs – von den Organisatoren liebevoll «Mutti» genannt – stehen allen offen. Auf einen familienfreundlichen Einstieg mit Popklängen folgen Blues und Jazz und zu elektronischen Beats kann bis in die frühen Morgenstunden getanzt werden. «Je später der Abend, desto jünger das Publikum», so von Arx. Das Mutterschiff hat es sich zur Aufgabe gemacht, Musikern auf dem aufsteigenden Ast eine Plattform zu geben. «Viele Bands, die bei ihrem Auftritt am Mutterschiff noch nicht so bekannt waren, kamen später gross raus», sagt von Arx. Reggaemusiker Dodo war vor zwei Jahren beim Mutterschiff dabei, heute ist sein Hit «Hippiebus» in aller Ohren. Ein ähnlicher Aufstieg könnte sich von Arx bei Kunz vorstellen. Der Schweizer Sänger wird dem Publikum am Freitag mit seinem Mundart-Folk einheizen. Auch regionale Bands werden vom Mutterschiff regelmässig auf die Bühne geholt, neben dem Geschwisterpaar «Silverblue» aus Menziken werden auch diverse Bands aus dem Grossraum Aarau auftreten. Als besondere Leckerbissen empfehlen die Organisatoren des Mutterschiffs die Band The Micronaut, deren Techno mit alltäglichen Klängen aufgenommen wurde. Wer es lieber sanfter mag, wird bei Fatima Dunn und ihrem Cello fündig.

Das Mutterschiff ist klein, aber fein, und das soll auch so bleiben. Um den persönlichen Charakter des Open Air zu bewahren, wurde das Gelände verkleinert. Auch die vom Organisationskomitee eigenhändig hergestellten Dekorationen tragen zum Charme des Mutterschiffs bei. Einen grossen Gewinn zu erwirtschaften ist nicht das Ziel. «Die Eintritte sind nicht der grosse Motor des Mutterschiffs», sagt von Arx. Am meisten werde mit den kulinarischen Angeboten eingenommen. Die schön gestalteten Bars und Restaurants können so zusammen mit einem guten Sponsoring das Mutterschiff auch in Zukunft problemlos über Wasser halten.

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